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Veranstaltungen

2025

Der BHU ist in verschiedene Veranstaltung involviert. Einerseits eigene im Rahmen der Europäischen Heimatakademie, die der BHU mit seinen Mitgliedsverbänden als Veranstalter organisiert. Dann solche seiner Mitgliedsverbände, bei denen der BHU lediglich mitwirkt (Vorträge, Grußworte etc).

Hinzu kommen Partnerveranstaltungen Dritter, bei denen der BHU als Partner mitwirkt, beispielsweise in dem er Veranstaltungsteile organisiert.

Europäische Heimatakademie

In der Europäischen Heimatakademie organisiert der BHU und seine Mitgliedsverbände Veranstaltungen. Bei diesen sind der BHU und oder seine Mitgliedsverbände jeweils Veranstalter.

Neben dem Bundeskongress Heimat als der wichtigsten Veranstaltung zum Heimatengagement in Deutschland, organisiert der BHU weiterhin zusätzliche Veranstaltungen der Deutsche Foren als eigenständige Formate. 2025 mussten die Veranstaltungen zu den Deutschen Foren wegen der Späten Verabschiedung des Bundeshaushalt weitgehend entfallen.

Darüber hinaus werden die Webinare in neuen Veranstaltungsreihen der Europäischen Heimatakademie gebündelt. Diese wurden 2025 in Ansätzen entwickelt und testweise erprobt.

Bundeskongress Heimat 2025

„Heimat Energielandschaften“ – unter diesem Titel widmete sich der Bundeskongress Heimat am 13. und 14. Oktober 2025 in Berlin den vielschichtigen Beziehungen zwischen Energie, Landschaft und gesellschaftlichem Wandel. Im Mittelpunkt standen dabei Fragen, wie Energiegewinnung Landschaften formt, Identitäten prägt und zivilgesellschaftliches Engagement herausfordert und inspiriert.

Veranstalter waren der BHU und sein hessischer Mitgliedsverband Gesellschaft für Kultur und Denmalpflege – Hessischer Heimatbund. Partner war außerdem, wie in den Vorjahren auch, der europäische Verband CIVILSCAPE und der Landschaftsverband Rheinland.

Von historischen Mühlen bis zu Windparks – Energielandschaften verändern seit Jahrhunderten das Leben der Menschen. Entsprechend breit gefächert war das Themenspektrum des Kongresses: Es reichte von den Spuren der Braunkohle über den Strukturwandel in den Revieren bis zu neuen Beteiligungsformen bei der Energiewende. Die Frage, wie Bürgerinnen und Bürger überall in Deutschland mitgestalten können, wenn sich ihre Landschaft verändert, zog sich als roter Faden durch die Diskussionen.

Schirmherr des Kongresses war der hessische Staatsminister Ingmar Jung.

Nach einer Einführung von Professor Schenk, der die Veränderungen in der Landschaft durch unterschiedlich Formen der Energiegewinnung durch die Jahrtausende aufzeigte, wurde in vier Diskussionsrunden das Thema aus unterschiedlichen Perspektiven verhandelt.

Im Forum Kulturlandschaft wurde durch die Diskutierenden Dr. Thomas Büttner vom Bayerischen Landesverein für Heimatpflege, Dr. Herlind Gundelach vom Bund Heimat und Umwelt in Deutschland sowie Dr. Jörn Schultheiß vom Kompetenzzentrum Kulturlandschaft der Uni Geisenheim die Veränderungen der Kulturlandschaft in der Vergangenheit sowie in der Gegenwart betrachtet. Während in den vergangenen Jahrzehnten die Energiegewinnung eher punktuell (Kohleabbau, Kraftwerke) in der Landschaft zu sehen war, sind erneuerbare Energien insbesondere durch Windräder und Solarpanelfelder prägender für größere Flächen. Daher ist es wichtig – und das wurde von allen Diskutantinnen und Diskutanten betont – Bürgerinnen und Bürger über Ausbaupläne zu informieren, mit ihnen Optionen abzuwägen – auch vor dem Hintergrund der Erhaltung vertrauter Kulturlandschaft – und gemeinsam Planungen voranzubringen. Das Wissen der Menschen vor Ort über ihre Region spielt dabei eine große Rolle. Deutlich hervorgehoben wurde ebenfalls, dass sich in der Bevölkerung insbesondere dann eine breite Akzeptanz für diese Energiegewinnungsformen entwickelt, wenn sie sowohl in der Ausgestaltung als auch nach Möglichkeit wirtschaftlich beteiligt wird.

Das Forum Nachhaltiges Heimatengagement legte den Fokus auf die Sicht des zivilgesellschaftlichen Engagements und der Energiegewinnung. So sind die Trafotürme, die Michael Sonfeld dem Verein Turmtransformation vorstellte, für viele Menschen landschaftsprägende Elemente, die aber für die Energieversorgung inzwischen keine Rolle mehr spielen. Dennoch engagieren sich Bürgerinnen und Bürger für den Erhalt dieser Bauwerke und haben viele kreative Vorhaben zur Umnutzung. Die Idee, einen ungenutzten aber unter Denkmalschutz stehenden Förderturm in den Mittelpunkt seines Engagements zu stellen, hatte Volker Schönhals mit dem Verein Kunstturm Mücke in Hessen. Der Verein machte aus dem Gebäude eine Galerie für moderne Kunst und gleichzeitig ein Museum zur Vermittlung der ehemaligen Erzgewinnung. Auch im Rahmen des Strukturwandels der Tagebaue nimmt bürgerschaftliches Engagement eine wichtige Rolle ein. Das betonte Antje Grothus, MdL NRW, die insbesondere die Situation im Rheinischen Revier in den Fokus nahem. Die zentrale Rolle des zivilgesellschaftlichen Engagements im Bereich der Energiegewinnung hat auch Ministerialdirektor Klaus Heider aus dem Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat betont. Dr. Inge Gotzmann, Bundesgeschäftsführerin des BHU, hob die lange Tradition des bürgerschaftlichen Engagements insbesondere zu Fragen der Gestaltung von Anlagen der Energiegewinnung und -verteilung (z. B. Trafotürme) hervor, die ein wichtiger Faktor für die Gründung des BHU vor über 120 Jahren waren.

Am Abend präsentierte Andrea Graf vom LVR-Institut für Landeskunde und Regionalgeschichte filmische Einblicke in die Kultur des Schützenfestes von Keyenberg, das im Rahmen des Kohleabbaus leergezogen und umgesiedelt wurde – begleitet von einem musikalischen Beitrag des Lausitzer Künstlers und MdL Brandenburg, Lars Katzmarek.

Der zweite Tag startete mit einem Gespräch, bei dem das Kongressthema aus den Perspektiven der Denkmalpflege (Dr. Ramons Dornbusch) und der Kulturlandschaft (Prof. Dr. Ilke Marschall) diskutiert wurde. Dabei betonten beide Rednerinnen, dass eine Zusammenarbeit von Denkmalpflege, Naturschutz und Kulturerhalt bei dem Ausbau erneuerbarer Energien sehr sinnvoll und notwendig ist. Personalmangel, strukturelle Probleme und eine fachliche Verengung stehen diesem Ansinnen aber oftmals im Wege stehen. Es fehlen bislang Austauschplattformen, bei denen die gemeinsame Arbeit gefördert, Strategien entwickelt und Ziele gemeinsam angegangen werden können. Es ist essenziell, diese Kooperation zu fördern und diesen Austausch zu stärken. Die Umnutzung von (denkmalgeschützten) Trafotürmen als Beitrag zum Artenschutz zeigt, wie eine gemeinsame Arbeit zwischen Denkmalpflege und Naturschutz bereits gelingen kann.

Das Forum Baukultur und Denkmalpflege – mit den Diskutierenden Barbara Saebel MdL, Denkmalnetz Baden-Württemberg, Dr. Maria Frölich-Kulik, Bauhaus-Uni Weimar, Dr. Ulrike Wendland, Deutsches Nationalkomitee für Denkmalschutz (DNK) und Stephan Hloucal, Stiftung Industriekultur Thüringen – befasste sich mit der Frage nach dem Erhalt und der Nachnutzung von Denkmalen der Energiegewinnung, die häufig sehr groß sind und bei denen sich eine Erhaltung schwierig gestaltet. Zivilgesellschaftliches Engagement – im besten Fall in Zusammenarbeit mit lokalen Behörden – findet hier immer wieder neue gute Ansätze und Möglichkeiten. Auch hier war man sich einig, dass eine interkommunale und interdisziplinäre Zusammenarbeit in Bildung, Kultur und Tourismus notwendig und positiv ist, bürokratische und gesetzgeberische Hürden jedoch häufig die Umsetzung erschweren. Besonders im Bereich der Industriekultur stellt die Umwandlung von Produktionsstätten in Erinnerungsorte eine spezifische Herausforderung dar, die neue Vermittlungskonzepte erfordert. Projekte mit Bottom-up-Charakter und die generationsübergreifende Einbindung aller Beteiligten wirken hier positiv, sie verstärken das Verständnis für Baukultur und deren ökologische wie soziale Dimensionen. Denn die Identifikation der Zivilgesellschaft und eine lokale Beteiligung sind Schlüsselfaktoren nachhaltigen Denkmalschutzes ― „damit es unser Denkmal ist“.

Zum Abschluss wurde im Forum Immateriellen Kulturerbe die Perspektive des Immateriellen Kulturerbes auf das Thema der Energiegewinnung diskutiert. Wolfgang Lothmann präsentierte das virtuelle Museum der verlorenen Heimat vom Heimatverein Erkelenz, das der beeindruckende Ausgangspunkt für die Gesprächsrunde war. Einige Stadtteile von Erkelenz fielen dem Tagebau zum Opfer andere waren vom Abbau bedroht. Im virtuellen Museum wird deren Geschichte sowie die des ganzen Ortes digital aufbereitet, bewahrt und vermittelt. In der anschließenden Gesprächsrunde unter dem Motto „Landschaft und Energie als lebendige Tradition bewahren“ diskutierten Andreas Ohse von der Mitteldeutschen Gesellschaft für Industriekultur e.V., Rita Rickel von der Protestgruppe „Alle Dörfer bleiben“ und Helgo Schütze von der Genossenschaft Solarwärme Bracht, wie sowohl Traditionen des historischen Bergbaus als auch Protestbewegungen und umweltfreundliche Energiegewinnung zum Bürgerengagement motivieren.

Zum Abschluss der Veranstaltung übergaben Vertreter der Gesellschaft für Kultur- und Denkmalpflege – Hessischer Heimatbund dem Bayerischen Landesverein für Heimatpflege, dem gastgebenden BHU-Mitgliedsverband des Jahres 2026, symbolisch den Staffelstab.

Vorbereitung Bundeskongress Heimat 2026

Bereits vor dem Bundeskongress Heimat 2025 stand bereits der Bayerische Landesverein für Heimatpflege als gastgebende Mitgliedsverband für 2026 fest. Entsprechend begannen auch die Vorbereitungen, wie die Abstimmung mit der Vertretung des Freistaat Bayern beim Bund und die ersten Runden zur Entwicklung eines ansprechenden Programms.

BHU-Jahrestagung 2025

Vom 10. bis 12. Juli 2025 fand die Jahrestagung des Bundes Heimat und Umwelt in Deutschland (BHU) in Bamberg statt. Gastgebender Verband war dankenswerterweise der Landesverein für Bayerische Heimatpflege. Die BHU-Jahrestagungen bieten Gelegenheit sich über Verbandthemen intensiver auszutauschen. Bei den Exkursionen und Fachvorträge stand in diesem Jahr das bau- und kulturhistorische Umfeld der Welterbestadt sowie die Vorbereitung auf das BHU-Kampagnen 2026 „Klosterlandschaften“ im Mittelpunkt des Rahmenprogramms. Dies bot wieder Gelegenheit, lokale Heimatengagierte und Partner kennenzulernen. Fester Bestandteil sind natürlich auch die obligatorischen Sitzungen der BHU-Organe und -Gremien.

Zum Auftakt führte BHU-Präsidiumsmitglied und Bezirksheimatpfleger Prof. Dr. Günter Dippold die Teilnehmenden durch die Altstadt Bambergs. Der Rundgang bot eindrucksvolle Einblicke in die städtebaulichen und landschaftlichen Besonderheiten der Stadt – von der Flusslandschaft an Regnitz und Main-Donau-Kanal über das ehemalige Kloster zum Heiligen Grab bis hin zur charakteristischen Gartensiedlung Bambergs. Die Führung verdeutlichte anschaulich, wie sich Geschichte, Baukultur und Stadtentwicklung hier auf besondere Weise verbinden.

Am zweiten Tag stand eine Exkursion zu den Klosterlandschaften Oberfrankens auf dem Programm. Die Fahrt führte zu den eindrucksvollen Überresten des Zisterzienserklosters Langheim sowie zum hoch über dem Maintal gelegenen ehemaligen Benediktinerkloster Banz. Prof. Dippold erläuterte die kulturhistorische Bedeutung dieser Klöster und ihre prägenden Einflüsse auf Landschaft, Wirtschaft und Identität der Region.

Die Mitgliederversammlung am Samstag bot Raum für eine intensive Diskussion aktueller Themen des Verbandes und mündete in die erfolgreiche Wahl des BHU-Präsidiums. Zum Abschluss der Tagung dankte die Präsidentin des BHU herzlich dem Landesverein für Bayerische Heimatpflege für die liebevolle Organisation und Betreuung vor Ort, die wesentlich zum gelungenen Verlauf der Veranstaltung beitrug.

Für das kommende Jahr hat der Thüringische Heimatbund eingeladen, der gemeinsam mit der Bundesgeschäftsstelle die nächste BHU-Jahrestagung bereits ab Herbst 2025 vorbereitete.

Die BHU-Jahrestagung ist das wichtigste Vernetzungstreffen innerhalb des Verbands. Die Mitgliedsverbände sind durch Delegierte vertreten, sodass sich Ehren- und Hauptamtliche verbandsweit treffen und austauschen konnten. Der gastgebende Mitgliedsverband nutzt in der Regel die Gelegenheit Beispiele seiner Arbeit vorzustellen und mit den anderen Mitgliedern ins Gespräch zu kommen.

Deutsches Forum Kulturlandschaft 2025

Am 21. und 22. November 2025 fand in Hannover das Deutsche Forum Kulturlandschaft zu Ehren seines Mitbegründers Prof. Dr. Hansjörg Küster statt. Hansjörg Küster hat neben vielem anderem auch das Deutsche Forum Kulturlandschaft als Netzwerk und zentrale Veranstaltung zu Themen der Landschaft mitgegründet und geprägt. Er war langjähriger engagierter Wegbegleiter des BHU, so im Kuratorium und in der BHU-Fachgruppe Kulturlandschaft, Natur und Umwelt. Hansjörg Küster verstarb unerwartet im Jahr 2024. Deshalb war es dem BHU ein Anliegen, mit dieser Veranstaltung seiner zu gedenken.

Veranstalter waren der Bund Heimat und Umwelt in Deutschland (BHU) gemeinsam mit dem Niedersächsischen Heimatbund und der Leibniz-Universität Hannover. Partner waren das Leibniz-Institut für Länderkunde und die Stiftung Naturschutzgeschichte. Der Königliche Pferdestall verlieh als Veranstaltungsraum der Universität Hannover dem Forum einen würdigen Rahmen.

Das Forum befasste sich mit historischen wie gegenwärtigen Landschaften aus den Blickwinkeln von Wissenschaft, Fachverwaltung und Bürgerschaftlichem Engagement. Dabei ging es um den ganzheitlichen, interdisziplinären Blick auf Landschaften und deren Entwicklung.

Die Veranstaltung war gegliedert in folgende Themenschwerpunkte:

1. Landschaft als Thema der wissenschaftlichen Forschung und des gesellschaftlichen Diskurses

2. Neue Vermittlungsformate für das Thema Landschaft im schulischen Kontext und in der Freizeitgestaltung

3. Ideen von Landschaft

4. Dokumentation und Schutz von Historischen Kulturlandschaften und Kulturlandschaftselementen in behördlicher und ehrenamtlicher Praxis

Im Anschluss fand eine Exkursion in die umgebende Kulturlandschaft statt.

Der BHU hat das Thema Ideen von Landschaft gestaltet unter Mitwirkung des BHU-Präsidiums, der BHU-Fachgruppe Kulturlandschaft, Natur und Umwelt und der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der BHU-Bundesgeschäftsstelle. Dabei wurde aus verschiedenen Perspektiven beleuchtet, wie Ideen und Ideale von der Antike bis heute Einfluss auf die Landschaftsgestaltung hatten. Ideengeschichte ist ablesbar in Landschaften und damit regionaltypisch und identitätsstiftend.

Die Ergebnisse der Gesamtveranstaltung hat der BHU in seiner Publikationsreihe veröffentlicht unter dem Titel Universalität von Landschaft.

Online-Veranstaltung „Klosterlandschaft“ am 20. Oktober 2025

Anlässlich des Welttages des Immateriellen Kulturerbes der UNESCO (17. Oktober) und des Europäischen Landschaftstages des Europarats (20. Oktober) lud der Bund Heimat und Umwelt in Deutschland (BHU) am Montag, den 20. Oktober 2025, von 18.00 bis 19.00 Uhr zu einer digitalen Vortragsveranstaltung in der Europäischen Heimatakademie ein. Rund 30 Teilnehmende folgten der Einladung.

Die Veranstaltung bildete den Auftakt zur BHU-Kampagne „Kulturerbe des Jahres 2026 – Klosterlandschaften“. Seit 2004 lenkt der BHU gemeinsam mit seinen Mitgliedsverbänden im Rahmen dieser Kampagne den Blick auf besonders erhaltenswertes, identitätsstiftendes Kulturerbe.

Alexandra Baier stellte das europäische Netzwerk Cisterscapes vor – ein Zusammenschluss von 17 Zisterzienser-Klosterlandschaften, die die kulturelle und landschaftsprägende Bedeutung des Zisterzienserordens sichtbar machen. Das Netzwerk wurde mit dem Europäischen Kulturerbe-Siegel ausgezeichnet. Der BHU und CIVILSCAPE haben die Bewerbung von Anfang an im wissenschaftlichen Beirat begleitet und unterstützt.

Jonas Leineweber und Markus Brothage präsentierten das interdisziplinäre Forschungsprojekt Klosterkultur heute und morgen?, das sich mit der Zukunft klösterlicher Orte und ihres immateriellen Erbes befasst. Im Mittelpunkt standen Fragen nach zeitgemäßen Nutzungsformen und Perspektiven religiöser Kulturerbestätten in einer sich wandelnden Gesellschaft.

Als weiterer Gast berichtete Bruder Jakobus Wilhelm OSB vom Format „Klostererfahrungstage“, welches Reisegruppen mit dem heutigen Klosteralltag in Berührung bringt.

In der anschließenden offenen Gesprächsrunde nutzten die Teilnehmenden die Gelegenheit, Fragen zu stellen und eigene Erfahrungen einzubringen. Eine zugeschaltete Äbtissin gab einen kurzen Einblick in die vielfältigen Aufgaben in ihrem Klosteralltag. Eine Architektin betonte: „Für mich war es heute ein interessanter Einstieg in dieses Thema. Ich beschäftige mich mit der Weiternutzung von Klosterbauten. Herzlichen Dank für den spannenden Austausch.“

Die positive Resonanz unterstrich das große Interesse am Erhalt und an der zeitgemäßen Vermittlung klösterlicher Kulturlandschaften in Europa.

Online-Veranstaltung „Mit Bürgerinnen und Bürgern Baukultur in der Gemeinde gestalten“

Am Montag, den 8. Dezember 2025, fand von 18.00 bis 19.00 Uhr im Rahmen des Deutschen Forums Baukultur und Denkmalpflege eine Online-Veranstaltung der Europäischen Heimatakademie statt. Gastgeber war der Bund Heimat und Umwelt in Deutschland (BHU) in Kooperation mit dem Netzwerk Stadt-Land Sachsen-Anhalt. Neun Teilnehmende nahmen an der Veranstaltung teil.

Referent war Reinhard Falke, Bürgermeister der Gemeinde Ummendorf in Sachsen-Anhalt, die durch ihren historischen Ortskern und die Burganlage mit dem Bördemuseum geprägt ist. Falke berichtete anschaulich über den erfolgreichen Weg Ummendorfs im Bundeswettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“ (Goldmedaille 2001) und den Gewinn des Europäischen Dorferneuerungspreises 2004. Im Mittelpunkt seines Beitrags standen Projekte, die zeigen, wie bürgerschaftliches Engagement, Baukultur und kommunale Entwicklung ineinandergreifen können – darunter die Sanierung eines Dreiseithofes als Mehrgenerationenhaus, die Einrichtung eines Multifunktionshauses und einer Kultur- und Theaterscheune sowie neue Wohn- und Schulgartenprojekte.

Es entwickelte sich eine spannende und lebhafte Diskussion, in der die Teilnehmenden Erfahrungen austauschten und Fragen zur praktischen Umsetzung von Bürgerbeteiligung, Baukulturförderung und Ortsgestaltungssatzungen erörterten. Das Feedback fiel durchweg positiv aus: Viele empfanden die Einblicke aus Ummendorf als inspirierend – auch im Hinblick auf die eigene Arbeit in Gemeinden und Initiativen.

Die Veranstaltung zeigte eindrucksvoll, dass Baukultur insbesondere im ländlichen Raum durch gemeinsames Handeln, kreative Ansätze und gelebte Verantwortung vor Ort entsteht.

Veranstaltungen der Mitgliedsverbände

Veranstaltungen der Mitgliedsverbände, bei denen der BHU mitwirkt oder die von bundesrelevanz sind.

10 Jahre Heimatverband Mecklenburg-Vorpommern

Am 27. September 2025 feierte der Heimatverband Mecklenburg-Vorpommern e.V. (HMV), ein Mitgliedsverband des BHU, sein zehnjähriges Bestehen mit einer Festveranstaltung im Stadtkulturhaus Ribnitz-Damgarten.

Der Tag umfasste ein Fachforum zum Immateriellen Kulturerbe mit Vorträgen zu Themen wie Zeesenbootfahren, Gestaltung Darßer Haustüren, Tonnenabschlagen, Freester Fischerteppichen und traditionellen Produktionsweisen am Teerofen Rostock-Wiethagen, gefolgt von Mitgliederversammlung und einer anschließenden Feier mit Grußworten und Ehrungen.

Für den Bund Heimat und Umwelt in Deutschland (BHU) nahm Dr. Annette Schneider-Reinhardt, auch als Mitglied des Heimatbeirats in Mecklenburg-Vorpommern, teil und überbrachte im Rahmen der Festveranstaltung das Grußwort des BHU. Sie gratulierte zum Jubiläum und hob die erfolgreiche Arbeit des HMV als Dachverband für rund 350 Mitglieder und Mitgliedsvereine in den Bereichen Ortsgeschichte, Plattdeutsch und Immaterielles Kulturerbe hervor.

Anlässlich des Jubiläums wurden die sieben Gründungsmitglieder – darunter Prof. Dr. Horst Klinkmann und Dr. Cornelia Nenz – mit Sonderehrenpreisen ausgezeichnet.

Der BHU begrüßt die Arbeit des HMV als wichtigen Mitgliedsverband und Partner in der Heimat- und Kulturarbeit Mecklenburg-Vorpommerns und freut sich auf die weitere enge Zusammenarbeit.

Vernetzungstreffen zum Aufbau des Denkmalnetz Thüringen

Am 23. April 2025 fand in Erfurt das 2. Vernetzungstreffen zum Aufbau des Denkmalnetz Thüringen statt. Über 60 Akteurinnen und Akteure aus Ehrenamt, Fachinstitutionen, Denkmalbehörden, Forschung und Politik diskutierten den Aufbau eines landesweiten Netzwerks für Denkmalpflege und Baukultur.

Für den Bund Heimat und Umwelt in Deutschland (BHU) nahm Dr. Annette Schneider-Reinhardt teil. Schneider-Reinhardt ist in der Bundesgeschäftsstelle für Baukultur und Denkmalpfege zuständig und betreut die entsprechende BHU-Fachgruppe. Sie war als Podiumsgast in der öffentlichen Fishbowl-Diskussion mit Vertreterinnen und Vertretern des Thüringer Landtags und der Bundesinitiative Baukultur vertreten (Moderation: Judith Drühe, Kulturrat Thüringen). Dabei konnte sie die bundesweite Perspektive des BHU zu Netzwerkaufbau, gesellschaftlicher Bedeutung von Baukultur und Denkmalpflege sowie zur Förderung des historischen Bauens einbringen.

Die Diskussionen konzentrierten sich auf die gesellschaftliche Bedeutung der Denkmalpflege, Nutzungskonzepte für Leerstand, Kreislaufwirtschaft, Nachwuchsförderung und Innovationspotenziale im ländlichen Raum. Der BHU sieht im Denkmalnetz Thüringen – getragen vom Heimatbund Thüringen als Mitgliedsverband des BHU, von der Stiftung Baukultur Thüringen, dem Institut für Graue Energie und den Organisationen LeerGut-Agent*innen und WIR!-Bündnis Vogtlandpioniere – einen wichtigen Baustein zur Stärkung der Thüringer Baukultur. Zukünftig ist eine enge Zusammenarbeit auch mit den anderen Denkmalnetzen in Deutschland, koordiniert vom BHU, geplant.

Veranstaltungen der Partner

Veranstaltungen von Partnern, bei denen der BHU mitwirkt oder Gelegenheit hat die vielfältige Arbeit des Verbandes vorzustellen.

Bau Kultur! Erhaltung und (Um-)Nutzung historischer Baukultur als Motor für Partizipation und Engagement

26. und 27. November 2025 fand im Rahmen der Kulturpolitischen Herbstakademie die Veranstaltung „Bau Kultur!“ statt. Der BHU war Veranstaltungspartner und die Bundesgeschäftsführerin Dr. Inge Gotzmann nahm an der Podiumsdiskussion teil. Bauten prägen das Lebensumfeld sowohl aufgrund ihrer sinnlich-ästhetischen Ausstrahlung (hübsch oder hässlich, einladend oder abstoßend, historisch oder modern) als auch hinsichtlich ihres Zwecks und ihrer Zugänglichkeit. Der Bund Heimat und Umwelt in Deutschland beschäftigt sich seit mehr als 100 Jahren mit dem Thema Baukultur. Entsprechend freuen wir uns, Baukultur im Rahmen einer gemeinsamen Veranstaltung der Herbstakademie erneut aufgreifen zu können.

Bauten prägen das Lebensumfeld sowohl aufgrund ihrer sinnlich-ästhetischen Ausstrahlung (hübsch oder hässlich, einladend oder abstoßend, historisch oder modern) als auch hinsichtlich ihres Zwecks und ihrer Zugänglichkeit. Gesellschaftliche Veränderungen wie der demografische Wandel und das veränderte Konsum- und Freizeitverhalten der Menschen haben große Auswirkungen auf die Nutzung von Gebäuden. Eine Folge sind Leerstände in Dörfern und Innenstädten, die das Lebensgefühl beeinträchtigen. Dazu kommt die Herausforderung des Klimawandels und damit die nachhaltige Instandsetzung und Nutzung von historischer Bausubstanz in all ihren Facetten.

Inzwischen gibt es zahlreiche Initiativen von zivilgesellschaftlicher, ehrenamtlicher und unternehmerischer Seite, von kommunalen, regionalen und staatlichen Akteuren, die eines verbindet: mit einem partizipativen Ansatz historische Bausubstanz erhalten, um sie gemeinschaftlich und nachhaltig im Sinne des Gemeinwohls zu nutzen und zu gestalten. Wie können die anspruchsvollen Ansätze gelingen?

Baukultur ist per se Teil unserer Kultur und ihr Erhalt ein kultur- und gesellschaftspolitisches Thema. Zugleich stellen partizipative Baukulturprojekte die Beteiligten neben fachlichen und sozialen Herausforderungen auch vor kulturelle Fragen, die sich in der Architektur und ihrer (zukünftigen) Nutzung manifestieren. Schließlich werden die transformierten Orte vielfach für kulturelle Aktivitäten und Kunst genutzt.

Die digitale Herbstakademie der Kulturpolitischen Gesellschaft e.V. möchte in Kooperation mit der Bundesstiftung Baukultur, dem Deutschen Städte- und Gemeindebund (DStGB) und dem Bund Heimat und Umwelt in Deutschland e.V. (BHU) Raum schaffen, um in einem interaktiven Veranstaltungsformat Fragen zu stellen, Beispiele zu beleuchten und Konzepte zu diskutieren, die Geschichte, Kultur und Begegnung verbinden. Der Fokus wird dabei auf Klein- und Mittelstädten bzw. Dörfern liegen.

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