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Zur Eröffnung durch den Schirmherrn der Bundeskongress Heimat 2021 vom 7. bis 8. Juni 2021 in Berlin

Als Bundesinnenminister freue ich mich sehr, dass sich der diesjährige Bundeskongress dem Thema „Baukultur“ widmet.

Baukultur kann identitätsstiftender Anziehungspunkt für die Menschen ganzer Regionen und darüber hinaus sein. Baukulturell wertvolle Bauwerke unterstützen das lokale und regionale Handwerk und erhalten Bautraditionen. Häufig können historische Bauwerke in neuer Funktion wiederbelebt und zu beliebten Stätten gewerblichen Handelns oder der Gastronomie, aber auch für Kunst und Gemeinwohl werden.

Baukultur sorgt für gute Lebensverhältnisse in Deutschland. Die Bewahrung regionaler Traditionen und Werte festigt die Verbundenheit der Menschen mit ihrer Heimat. Sie trägt zur Stärkung des gesellschaftlichen Zusammenhalts bei. Das sind wesentliche Ziele der Heimatpolitik der Bundesregierung.

Die Förderung der Baukultur ist ein Querschnittsthema im Rahmen der Nationalen Stadtentwicklungspolitik, beispielsweise in der Städtebauförderung des Bundes. Unter anderem werden hier Wettbewerbsverfahren für Bauvorhaben unterstützt sowie das baukulturelle Erbe geschützt und weiterentwickelt.

Der Bund Heimat und Umwelt in Deutschland ist als Vertreter der Heimatverbände in Deutschland ein wichtiger Partner, auch im partizipativen Dialog zur Baukultur. Sie alle engagieren sich mit kontinuierlicher Vermittlungsarbeit und Bildungsangeboten und erreichen dabei zahlreiche Menschen in Vereinen, Bildungsträgern, Bauämtern und Gemeinderäten. Mit Preisen und Wettbewerben oder mit dem Erwerb von Kulturdenkmalen fördern die Heimatvereine Baukultur und Denkmalpflege. In Netzwerken und Gremien stehen Sie ein für unser baukulturelles Erbe und für die sensible Weiterentwicklung gewachsener Strukturen. Hierfür gebührt Ihnen Dank und Anerkennung!

Auch der Bund ist ein zentraler Akteur im Bereich der Baukultur. Er wirkt innerhalb seiner Zuständigkeiten unter dem Leitbild „Vorbild – Förderer – Partner“ maßgeblich daran mit, die Qualität der baulich-räumlichen Umwelt in Deutschland positiv zu beeinflussen – sei es durch regulative Maßnahmen, über Förderungen oder durch das Bauen im eigenen Zuständigkeitsbereich. Ebenso unterstützt der Bund maßgeblich die Bundesstiftung Baukultur und arbeitet in allen baukulturrelevanten Fragen eng mit der Stiftung zusammen. Über die Bundesstiftung erfolgt auch der Wissensaustausch mit Baukultureinrichtungen der Länder und zivilgesellschaftlich organisierten Vereinen und Initiativen.

Baukultur braucht Bildung! Es ist ein wichtiger Teil der Allgemeinbildung, Baukultur wahrzunehmen und Zugang zu ihr zu finden. Die Vermittlung von Baukultur schon an Kinder und Jugendliche, wie sie auch durch die Heimatverbände vor Ort geleistet wird, ist daher eine nicht zu unterschätzende Bildungsaufgabe. Eine laufende Studie aus dem Forschungsprogramm „Experimenteller Wohnungs- und Städtebau“ erhebt aktuell, welchen Stellenwert die Vermittlung von baukulturellen Inhalten an deutschen Schulen hat und wie diese in der Ausbildung von Lehramtsanwärterinnen und -anwärtern abgebildet wird.

Baukultur ist auch als Prozess hochwertigen Planens und Bauens zu verstehen. Dazu gehört die Wertschätzung und der Erhalt der bestehenden gebauten Umwelt. Gebäude, Siedlungen und Quartiere müssen angepasst werden an die Herausforderungen des Klimawandels und sind entsprechend baulich zu ertüchtigen.

Ihre Verbandsarbeit hat sich zum Ziel gesetzt, unsere schöne Heimat zu bewahren und zu gestalten sowie die Identifikation und Auseinandersetzung der Menschen mit ihrer gebauten Umwelt zu stärken. Hier steht Ihnen das Bundesinnenministerium gern als Förderer und Partner zur Seite! Für den gemeinsamen Austausch im Rahmen des Kongresses wünsche ich Ihnen viel Erfolg!

Horst Seehofer

Bundesminister des Innern, für Bau und Heimat
Schirmherr des Bundeskongresses Heimat 2021

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