Brüssel – Am 16. Juli 2025 hat Monika Hohlmeier MdEP gemeinsam mit dem Bamberger Landrat Johann Kalb die 17 Partnerstandorte des Zisterziensernetzwerks Cisterscapes – connecting Europe mit der Europa-Medaille der EVP-Fraktion geehrt. Die Auszeichnung fand im Rahmen einer feierlichen Zeremonie in der Bayerischen Landesvertretung in Brüssel statt. Für den BHU nahm die Bundesgeschäftsführerin Dr. Inge Gotzmann und für CIVILSCAPE Dr. Gerhard Ermischer, zugleich Präsident der INGO-Versammlung beim Europarat, und Dirk Gotzmann, Direktor von CIVILSCAPE teil. Alle drei begleiten das Projekt seit Beginn als Mitglieder des wissenschaftlichen Beirats.
„Dieses Projekt verbindet Menschen, Regionen und Geschichte – von Oberfranken bis nach Slowenien.“ Markus Blume, der Bayrische Staatsminister für Wissenschaft und Kunst, hob in seiner Videobotschaft hervor: „Die EVP-Europamedaille ist die Kirsche auf der Torte in dem Bemühen, die Kulturlandschaften bei uns und in Europa zu pflegen“.
„Cisterscapes zeigt, was Europa im Kern ausmacht: gemeinsame Werte, kulturelle Tiefe und grenzüberschreitende Verbundenheit“, so Monika Hohlmeier in Ihrer Laudatio. „Ich habe mich in Brüssel mit Nachdruck für die Anerkennung und Förderung von Cisterscapes eingesetzt“, betont Hohlmeier. „Die europaweite Strahlkraft des Netzwerks ist ein starkes Signal für die Kulturarbeit im ländlichen Raum.“
Die Projektleiterin Alexandra Baier stellte einleitend das Projekt, seine bisherige Entwicklung und die gemeinsamen Aktivitäten vor. Dr. Thomas Büttner, langjähriges BHU-Fachgruppenmitglied, zeigte in seinem pointierten, informativen Vortrag mit praktischen Beispielen auf, wie die Zisterzienser Kulturlandschaft über Jahrhunderte gestaltet haben. Aber eben auch, was davon heute noch erhalten und in der Landschaft lesbar ist. Das Cisterscapes Netzwerk hat diese Element des Kulturerbes erfasst und in einer Online-Datenbank zugänglich gemacht. Hier sind nicht nur Wissenschaftler gefragt, sondern auch Heimatengagierte die in Citizen Science Projekten nicht nur relevante Informationen zusammentragen und zu neuen Erkenntnissen beitragen. Die Vermittlung dieser Erkenntnisse, die Fertigkeit Klosterlandschaften zu lesen war Gegenstand des Klosterführerlehrgang, den der BHU und CIVILSCAPE konzipiert und gemeinsam mit dem Cisterscape-Partner in Altenberg 2022 durchgeführt haben.
Anschließend berichteten jeweils mit kurzen Präsentationen die 17 Partner über Ihre vielfältigen Aktivitäten vor Ort.
Das Europäische Kulturerbe-Siegel ist eines der wichtigsten kulturpolitischen Instrumente der EU. Seit 2011 zeichnet die Europäische Union europäische Kulturdenkmale, Kulturlandschaften, kulturelle Stätten und Gedenkstätten mit dem Europäischen Kulturerbe-Siegel (EKS) aus. Es würdigt Kulturlandschaften und Orte, die Europas Geschichte und Identität in besonderen Maße prägen. Europaweit wurden inzwischen 60 Stätten mit dem Europäischen Kulturerbe-Siegel ausgezeichnet.
Cisterscapes ist dabei einzigartig: Es verbindet 17 Partnerregionen in 5 Länder und zeigt, wie stark diese kulturell in Europa verankert und verbunden sind. Es ist die bisher einzige Auszeichnung die so viele Länder und Partner auszeichnet.
Auch in Deutschland hat das Projekt Alleinstellungsmerkmale, so ist Cisterscapes erste und einzige Projekt in Bayern und Sachsen-Anhalt, das mit dem Europäischen Kulturerbe-Siegel bisher ausgezeichnet wurde. In Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen ist es jeweils das zweite, nach der Auszeichnung der Rathäuser von Münster und Osnabrück – Stätten des Westfälischen Friedens.
Der Verleihung wohnten neben Mitgliedern des Europäischen Parlaments auch hochrangige Gäste, Vertreter europäischer Institutionen und Verbände, sowie hochrangige Beamte aus den Ministerien und regionalen Verwaltungen aus den Partnerländern bei. Der Verleihung schloss sich ein Empfang an, der Gelegenheit zu zahlreichen Gesprächen bot.
Hintergrund
CISTERSCAPES ist mehr als ein Kulturprojekt – es ist ein europäisches Erfolgsmodell. Das Netzwerk vereint ehemalige Zisterzienserlandschaften in Deutschland, Polen, Tschechien, Österreich und Slowenien. Gemeinsam knüpfen sie an den Geist des Zisterzienserordens an, der schon im Mittelalter Wissen, Handwerk und Kultur über Grenzen hinweg verbreitete.
Heute setzt Cisterscapes auf Bildung, Regionalentwicklung, nachhaltigen Tourismus und eine kulturelle Erzählung, die Europa als lebendigen Raum erlebbar macht. Zugleich ist das Projekt ein praktisches Beispiel dafür, wie europäische Prioritäten wie Nachhaltigkeit und grenzüberschreitende Zusammenarbeit direkt in lokale Projekte übersetzt und erlebbar werden.
Seit dem Start 2019 flossen bereits über 1,2 Millionen Euro an Fördermitteln, vor allem aus dem EU-LEADER-Programm. Bis 2028 ist eine weitere Förderung von rund 1,5 Millionen Euro gesichert. Neben den EU-Förderungen müssen die CISTERSCAPE Partner die notwendige Ko- bzw. Anschub-Finanzierung sicherstellen.
So sind in Bayern weitere Finanzgeber vor Ort für das Projekt die Oberfrankenstiftung, das Bayerische Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft, Forsten und Tourismus, der Landkreis Bamberg, die Diözesen Bamberg und Würzburg sowie andere regionale Partner und Landkreise und regionale Partner wie die Sparkasse Bamberg.