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Haus Altenberg und Altenberger Dom | © Raimond Spekking / CC BY-SA 4.0 (via Wikimedia Commons), Haus Altenberg-9118, CC BY-SA 4.0

Im Rahmen des Projektes „Inwertsetzung der zisterziensischen Klosterlandschaft Altenberg zur Erlangung des Europäischen Kulturerbe-Siegel“ bietet die Naturarena Bergisches Land in Kooperation mit dem Bund Heimat und Umwelt in Deutschland (BHU) eine Fortbildung an, die Interessierte zur Durchführung von zisterziensischen Klosterlandschaftsführungen qualifiziert.

Die zweitägige Fortbildung will mit Vorträgen, Übungen und einer Exkursion, Zugänge zu den vielfältigen Elementen vermitteln, die die Klosterlandschaft Altenberg prägen.

Seit dem Mittelalter hat der Zisterzienser-Orden Kulturlandschaften in ganz Europa geprägt. Von Burgund aus ließen sich die Zisterzienser in Europa nieder, errichteten Klöster in Tälern, kultivierten und besiedelten Land. Noch heute weisen die zisterziensischen Klosterlandschaften viele verbindende Merkmale auf, die an die Prägung durch die Mönche oder Nonnen erinnern: Unter anderem aufwendiger Wasserbau, umfangreiche Teichwirtschaft, Weinbau und spezialisierte Wirtschaftshöfe.

In der Fortbildung zum Klosterlandschaftsführer werden fachliche Kenntnisse der zisterziensischen Klosterlandschaft Altenbergs im europäischen Kontext und praktische Methoden zur selbständigen Erarbeitung von Führungen – auch unter Verwendung digitaler Medien – vermittelt und bei Exkursionen vor Ort vertieft. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer erhalten nach der Veranstaltung ein auf dem Lehrgang basierendes Handbuch und weiterführende Lehrmaterialien sowie Zugang zu einer digitale Lernplattform.

Der Lehrgang richtet sich an alle Interessierte, beispielsweise aus den Bereichen Wanderführungen, Naturpädagogik, Gästeführungen, Reiseleitung oder Heimatpflege.

Hintergrund

Das transnationalen Projekt „Cisterscapes – Cistercian landscapes connecting europe“ verfolgt das Ziel gemeinsam mit 17 zisterziensischen Klosterlandschaften aus fünf Ländern das Europäische Kulturerbe-Siegel zu erlangen. Beteiligt sind die Länder Deutschland, Österreich, Polen, Slowenien und Tschechien. Zur Vorbereitung dieses transnationalen Projektvorhabens wurde das LEADER-Projekt „Inwertsetzung der Zisterzienserklosterlandschaft Altenberg zur Erlangung des europäischen Kulturerbe-Siegels“ initiiert.

Das Europäische Kulturerbesiegel (EKS) ist die höchste kulturelle Auszeichnung, die die Europäische Union vergibt. „Mit dem Europäischen Kulturerbe-Siegel können Kulturdenkmale, Kulturlandschaften, kulturelle Stätten oder Gedenkstätten ausgezeichnet werden, die einen Zusammenhang zur europäischen Einigung haben oder an die gemeinsamen europäischen Werte erinnern, eine Rolle in der gemeinsamen europäischen Geschichte spielen oder gespielt haben oder auch als Symbol für die gemeinsame europäische Kultur stehen.“ (Quelle: Kultusministerkonferenz der Bundesrepublik Deutschland)

Programm

Freitag 23. Juni 2023

13.00 Uhr Führung im Altenberger Dom
Herr Dr. Norbert Orthen, Historiker, Altenberg

14:00 Uhr Begrüßung
Xandra Wildung, Projektleiterin Europäisches Kulturerbe-Siegel (EKS) Klosterlandschaft Altenberg und
Inge Gotzmann, Bund Heimat und Umwelt in Deutschland

Vorstellungsrunde Teilnehmerinnen und Teilnehmer

14:30 Uhr Die Klosterlandschaft Altenberg auf dem Weg zum Europäischen Kulturerbe-Siegel – Einführung in das Projekt „Cistercian landscapes connecting Europe“
Xandra Wildung, Projektleiterin EKS Klosterlandschaft Altenberg

15:30 Uhr Kaffeepause

16:00 Uhr Zisterzienser als Landschaftsgestalter. Altenberg in Europa – Europa in Altenberg
Prof. Dr. Winfried Schenk

17:00 Uhr Vom Großen ins Kleine – Kulturlandschaftselemente im Gelände erkennen und vermitteln
Dr. Thomas Büttner, Bayerischer Landesverein für Heimatpflege

18:15 Uhr Abendessen

19:15 Uhr Zisterziensische Lebensweise in Geschichte und Gegenwart
Pfarrer Markus Hoitz

Ende gegen 20:15 Uhr

 

Samstag 24. Juni 2023

9:00 Uhr Wasserbaukunst der Zisterzienser – Verborgene Spuren der Altenberger Klosterlandschaft
Randolf Link, Landschaft und Geschichte e.V., Altenberg

10:00 Uhr Kulturlandschaftswege – Kulturerbe erfahrbar machen
Dr. Klaus-Dieter Kleefeld, Landschaftsverband Rheinland

11:00 Uhr Digitale Aspekte – von der Erfassung zur Vermittlung
Lisa Kröger, Landschaftsverband Rheinland

12:00 Uhr Mittagessen

13:00 Uhr Landschaftsführung in der Praxis – Praxiserfahrungen, zielgruppenorientierte Vermittlung, Kommunikationstechniken und praktische Hinweise
Dr. Annette Schneider-Reinhardt, Bund Heimat und Umwelt in Deutschland

15:00 Uhr Kaffeepause

15:30 Uhr Vermittlung von religiös geprägten Landschaften
Dr. Inge Gotzmann, Bund Heimat und Umwelt in Deutschland

16:30 Uhr Abschlussrunde: Fazit und Evaluation

Ende gegen 17:00 Uhr – Programmänderungen vorbehalten

Zielgruppe

Der Lehrgang richtet sich an alle Interessierten, beispielsweise aus den Bereichen Wanderführungen, Naturpädagogik, Gästeführungen, Reiseleitung oder Heimatpflege.

 

Kosten und Anmeldung

Für Teilnehmer*innen ist die Veranstaltung inkl. Verpflegung (Kaffeepause, Abendessen 1. Tag, Mittagessen 2. Tag) kostenlos.

Die Veranstaltung wird finanziert durch LEADER, den Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums und den Rheinisch-Bergischen Kreis.

Übernachtungsmöglichkeiten müssen bei Bedarf individuell gebucht werden, die Naturarena Bergisches Land GmbH „Das Bergische“ und der BHU können Kontaktdaten zu lokalen Pensionen/Ferienwohnungen zur Verfügung stellen.

 

Veranstaltungsort


Haus Altenberg ist eine Jugendbildungsstätte des Erzbistums Köln in Altenberg bei Köln. Die im alten Zisterzienserkloster beherbergte Jugendbildungsstätte kann auf eine rund 100jährige Geschichte zurückblicken und hat sich durch die große Sanierungs- und bauliche Erneuerungsphase zu einem hochmodernen Tagungshaus entwickelt.

Gebäude

Die Jugendbildungsstätte nahm ab September 2016 stufenweise ihren Betrieb wieder auf und bietet jetzt 220 Übernachtungsplätze. Sie verfügt über eine Hauskapelle (Christkönigskapelle) für 70 bis 120 Personen mit Pfeifenorgel[14] und einen neugestalteten Speisesaal mit jetzt 180 Plätzen.

Auf dem Gelände von Altenberg bewirtschaftet die Jugendbildungsstätte Haus Altenberg auch einige weitere Gebäude: An der Dhünn finden im Haus Morimond Ausstellungen und Vorträge statt; es handelt sich dabei um einen Flügel des barocken Küchenhofs. Zu Haus Altenberg gehören auch das Alte Brauhaus und die südlich gelegene barocke Orangerie, die zuletzt als Wohnung für den Domorganisten diente. Im Alten Brauhaus wird demnächst das Edith-Stein-Exerzitienhaus des Erzbistums Köln einziehen, das bis 2014 in der früheren Benediktinerabtei in Siegburg untergebracht war; es wird ab 2016 für diese Nutzung umgebaut.[6]

Anreise

Anreise bis Bahnhof Leverkusen-Mitte, von dort weiter mit der Buslinie 212 bis Haltestelle „Odenthal Altenberg“, von dort 3 Min. Fußweg zum Veranstaltungsort.


Jugendbildungsstätte Haus Altenberg e.V.
Ludwig-Wolker-Straße 12
51519 Odenthal
Nordrhein-Westfalen
Deutschland

Geschichte

Gründung und Bau

Die 1133 gegründete Zisterzienserabtei Altenberg war 1803 säkularisiert worden, die Gebäude, die unmittelbar südlich an den Altenberger Dom anschlossen, wurden verkauft und dienten als Chemiefabrik. 1815 wurden sie bei einer Explosion schwer geschädigt und verfielen. Im 19. Jahrhundert wurden auf dem Gelände verschiedene neue Gebäude errichtet.

1922 pachtete der Generalpräses des Katholischen JungmännerverbandesCarl Mosterts, das Gelände und die Aufbauten, um ein Erholungs- und Ferienheim für aus dem Ersten Weltkrieg heimgekehrte junge Männer zu gründen. Wenige Tage nach Unterzeichnung des Mietvertrages brach in dem als Hotel genutzten ehemaligen „Konversenflügel“ neben dem Haupteingang des Domes ein Brand aus, der große Teile des Gebäudes vernichtete. Eine „Werkschar“ von Ehrenamtlichen ging an den Wiederaufbau. Die Bauten waren in Grundriss und Form den früheren Abteigebäuden nachempfunden. In den abschnittsweise fertiggestellten Räumen trafen sich bald Jungengruppen zur Erholung und zur Fortbildung. Der Neu- und Umbau von Haus Altenberg wurde 1933 abgeschlossen.

Carl Mosterts starb bereits 1926. Sein Nachfolger Ludwig Wolker entwickelte Haus Altenberg zur „Reichsführerschule“ des katholischen Jungmännerverbands, die Jugendvereinsführung und Jugendseelsorge verknüpfte. Der benachbarte Altenberger Dom wurde in diese geistliche Jugendarbeit intensiv mit einbezogen.

Haus Altenberg wurde zwölf Mal von Polizei und Gestapo besetzt und 1942 endgültig beschlagnahmt.

Nach dem Zweiten Weltkrieg

Nach dem Krieg versuchte Ludwig Wolker sofort wieder, die verbandliche Arbeit neu zu organisieren. 1946 gründete er den „Verlag Haus Altenberg“, der in der Rechtsform einer GmbH bis heute jugendpädagogische Schriften herausgibt. Der Kölner Kardinal Frings berief Wolker 1948 zum Rektor von Haus Altenberg.

Ab 1976 wurden verschiedene Umbauten und Erweiterungen durchgeführt. An der Stelle des mittelalterlichen Ostflügels der Abtei mit dem Kapitelsaal und dem Schlafsaal der Mönche wurde ein Flügel errichtet, der neben Gästezimmern und der Rezeption auch einen „Kapitelsaal“ genannten Konferenzsaal enthält. Aus der Klosterzeit stammt heute nur noch die ehemalige „Kellerei“. Der Gebäudeteil direkt neben dem Eingang zum Altenberger Dom wird von der Buchhandlung „Altenberger Domladen“ genutzt.

Neustrukturierung, Erweiterung und Sanierung (2013–2017)

Um den erhöhten Anforderungen des Brandschutzes gerecht zu werden, entschloss sich das Erzbistum Köln zu einer umfassenden Sanierung und Neustrukturierung des Gebäudeensembles, die 2013 begann. Ziel der Maßnahmen war, sowohl das Angebot an Seminarräumen der Jugendbildungsstätte zu vergrößern und betriebsinterne Abläufe zu optimieren als auch bei dieser Gelegenheit eine grundsätzliche architektonische Neustrukturierung vorzunehmen.

Durch den Abbruch einiger Baukörper und die Platzierung von Neubauten konnte zusammen mit den Bestandsbauten eine neue Struktur etabliert werden. Dabei wurde der Haupteingang an die Westfassade verlegt, wo er sich bis in die 1930er-Jahre sich befunden hatte. Von außen sind die Veränderungen durch einen hellen zweigeschossigen Neubau an der Südwestecke und eine Erweiterung des Gebäudeteils an der Südfassade deutlich ablesbar. In den Innenhöfen zum Altenberger Dom wurde ein Neubau realisiert, der in der Spur der historischen Vorgängerbauten liegt. Damit werden die historischen Proportionen der Anlage wiederhergestellt. Im Vorfeld und teilweise auch noch während der Bauarbeiten fanden umfangreiche archäologische Grabungen und Bauforschungen statt.

Das Projekt wurde 2017 mit den Kölner Architekturpreis ausgezeichnet.[10] Beim DAM Preis für Architektur in Deutschland 2018 wurde das Projekt in die Shortlist aufgenommen[11] und im Jahrbuch 2018 veröffentlicht.

Quelle: Seite „Haus Altenberg“. In: Wikipedia – Die freie Enzyklopädie. Bearbeitungsstand: 19. Oktober 2022, 13:56 UTC. URL: https://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Haus_Altenberg&oldid=227174053 (Abgerufen: 18. April 2023, 11:58 UTC)

Buchungen

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