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Historische Bahnhöfe

Der Bahnhof war lange Zeit und ist auch heute noch ein Symbol für die Erschließung einer Region. Waren erst einmal eine Bahnlinie gebaut und dann auch ein Bahnhof errichtet, so war dies auch ein Symbol für die Entwicklung einer Region. Bahnhöfe haben einen regionalen Charakter, sie sind auch Zeichen der Größe und des Wohlstands einer Stadt oder Gemeinde. Deshalb war oft neben einem Personenbahnhof auch gleich ein Güterbahnhof errichtet worden. Bahnhöfe wurden oft an zentralen Plätzen angesiedelt. Fürsten machten sie zum Mittelpunkt an ihrer Residenz. Sie ließen sie auch als Sackbahnhöfe bauen, und sie galten als Zeichen der Macht. Bahnhöfe sind daher aufwendig gearbeitete Gebäude mit eigener Charakteristik. Auch heute noch sind sie Orientierungspunkte und Wahrzeichen eines Ortes oder einer Stadt.

Kulturdenkmal des Jahres

Der Bund Heimat und Umwelt in Deutschland (BHU) hat als Kulturdenkmal des Jahres 2006 „Historische Bahnhöfe” ausgewählt. Der BHU ist der Bundesverband der Bürger- und Heimatvereine und vertritt über sein Landesverbände die Interessen von rund 500 000 Mitgliedern vor Ort. Er möchte mit dieser bundesweiten Jahresaktion auf erhaltenswerte Kulturlandschaftselemente hinweisen. Nur was man kennt und schätzt, kann man auch schützen. Kriterien für die Wahl des Kulturdenkmals des Jahres können die Gefährdung des Kulturlandschaftelements oder auch die Bedeutung bzw. der Symbolcharakter für
unsere Kulturlandschaft und Umwelt sein.

Bahnhof als zentrale Anlaufstelle

Welche Bedeutung den Bahnhöfen beigemessen wurde, und welchen Stellenwert sie in der Gesellschaft haben, lässt sich auch daran erkennen, dass die zu diesen Gebäuden führenden, meist breiten Straßen oft
auch Bahnhofstraßen genannt wurden. Bahnhöfe wurden eingerichtet zum Fahrkartenverkauf und als Wartesäle, so hatte fast jeder Bahnhof eine Bahnhofsgaststätte. Bahnhöfe sind Mittelpunkt der Ankunft und
des Abschieds. Sie sind leider auch oft der Anziehungspunkt für Kriminalität.

Bedeutungswandel

Bahnhöfe sind auch ein Zeichen für den Wandel in der Gesellschaft. Kraftfahrzeuge übernahmen den Transport von Menschen und Gütern. Besonders im ländlichen Raum, so. z.B. in der Eifel, wurden Bahnlinien wegen Unrentabilität aufgegeben. Die Gebäude verloren ihre ursprüngliche Funktion, wurden
überflüssig, geschlossen und standen oft leer. Buswartehallen wurden errichtet. Der Erhalt historischer Bahnhöfe ist kostenaufwendig und auch zunehmend von Vandalismus betroffen. Oft erfolgte eine Umnutzung des Bahnhofs z.B. als Wohngebäude, Gaststätte oder aber für öffentliche Einrichtungen der Gemeinde. Sind keine Gelder vorhanden, droht schlimmstenfalls der Abriss.

Initiativen

In vielen Orten haben sich Vereine und Initiativen gegründet, die sich der Eisenbahn verschrieben haben und sich auch für den Erhalt eines Bahnhofs einsetzen. Vielfach haben diese Eisenbahnfreunde eine Ausstellungshalle in ehemaligen Bahnhöfen.

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