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Deutsches Forum Immaterielles Kulturerbe 2022

Das Deutsche Forum Immaterielles Kulturerbe am 19. und 20. Juni 2022 in Chemnitz beschäftigt sich mit dem Thema Industriekultur und dessen immateriellem Erbe. Bislang sind entsprechende Kulturformen in bisherigen Landes- und Bundeslisten des immateriellen Kulturerbes kaum benannt und auch der kulturpolitische Fokus lag bisher nicht auf dem Bereich der Industriekultur. Debatten um Strukturwandel, Energiewende und Nachhaltigkeit sowie Fragen nach regionaler Identität in Transformationsräumen lassen aber den Blick verstärkt auf diesen Bereich unseres Erbes richten.

Feste, Bräuche, Wissen um Natur, traditionelle Handwerkstechniken und Formen gesellschaftlicher Selbstorganisationen bieten eine große Bandbreite an gemeinschafts- und identitätsstiftenden Aktivitäten, für die sich u.a. der Bund Heimat und Umwelt in Deutschland (BHU) als Dachverband einsetzt.

Glasbläserei - um einen Weihnachtsschmuck aus Glas in eine Form zu blasen, muss das Glas über einer Flamme erhitzt werden. | Krebs Glas Lauscha, CC BY 3.0, via Wikimedia Commons

Beim diesjährigen Forum geht es um folgende Fragen an die Kulturträger selbst:

  • Worin besteht die Motivation für die betreffende Gemeinschaft, sich mit Industriekultur zu beschäftigen?
  • Welche Inhalte und welche Ausdrucksformen der Industriekultur stehen dabei im Mittelpunkt?
  • Welcher Anlass führte zur Gründung eines Vereins/oder einer Initiative?
  • Welche besonderen Kenntnisse und Fertigkeiten werden genutzt und weitergegeben?
  • Mit welchen Traditionen und Beziehungen in anderen europäischen Ländern steht die Kulturform in Verbindung?
  • Welche Aktivitäten zur Erhaltung und Weitergabe an künftige Generationen werden entfaltet?
  • Welche Risikofaktoren gefährden die Weitergabe, Praxis und Anwendung der Kulturform?

Im Rahmen des Forums wird über diese und weitere Fragen um den Fortbestand des immateriellen Erbes der Industriekultur ein Austausch stattfinden, um Akteure zu vernetzen, aber auch um Schlussfolgerungen für kulturpolitische Empfehlungen ziehen zu können.

Eine Vielzahl von kulturellen Ausdrucksformen in Deutschland sind bereits durch die Eintragung in das Bundesweite Verzeichnis oder in Länderverzeichnisse als immaterielles Kulturerbe ausgezeichnet worden. Allerdings handelt es sich dabei nur um einen Bruchteil der aktiv betriebenen Kulturformen und es gilt weiterhin, das von unzähligen Engagierten getragene lebendige Kulturerbe zu erkennen, zu fördern und zu würdigen.

Der BHU unterstützt die Trägergruppen bei ihrem Engagement durch Vernetzung, Dokumentation, Öffentlichkeits- und Vermittlungsarbeit hinsichtlich der Weitergabe ihres Wissens und Könnens, das vielfach auf freiwilligen Leistungen zivilgesellschaftlichen Engagements, insbesondere in Vereinen, basiert.

In den Gremien für das immaterielle Kulturerbe sind der BHU und seine Landesverbände auf Bundes- und Länderebene sowie international als anerkannte NGO vertreten. Dabei stellen die Mitgliedsverbände und Kooperationspartner des BHU die in ihnen gebündelte Expertise zur Verfügung und setzen sich aktiv für das Erbe ein.
In seinen jährlichen Foren bietet der BHU Möglichkeiten des Erfahrungsaustausches, der Wissenserweiterung und der Vernetzung.

Programm

Sonntag 19.Juni 2022 | Exkursion

14.00 Uhr Exkursion – fußläufig in Chemnitz
Leitung: Dr. Andrea Geldmacher
Start im Industriemuseum Chemnitz, Zwickauer Straße 119, 09112 Chemnitz

18:00 Uhr Ende der Exkursion

Montag, 20.Juni 2022 | Deutsches Forum

Veranstaltungsort: smac – Staatliches Museum für Archäologie Chemnitz, Stefan-Heym-Platz 1, 09111 Chemnitz

Moderation: Dr. Inge Gotzmann, Dr. Helmut Groschwitz, Dr. Annette Schneider-Reinhardt

10:00 Uhr Grußworte

  • Dr. Herlind Gundelach, Präsidentin des Bund Heimat und Umwelt in Deutschland (BHU)
  • Barbara Klepsch, Staatsministerin für den Geschäftsbereich Kultur und Tourismus *), Sächsisches Staatsministerium für Wissenschaft, Kultur und Tourismus
  • Sven Schulze, Oberbürgermeister der Stadt Chemnitz
  • Dr. Dieter Herz, Landesverein Sächsischer Heimatschutz
  • Katja Margarethe Mieth, Sächsische Landesstelle für Museumswesen

Einführung – Zur Bedeutung des immateriellen Kulturerbes in der Industriekultur

Prof. Dr. Ira Spieker, Institut für Sächsische Geschichte und Volkskunde in Dresden

10:30 Uhr
Vom Kollektiv zum Verein. Industriekultur und Vergemeinschaftung nach dem Ende der VEB
Oliver Wurzbacher, Institut für Sächsische Geschichte und Volkskunde

Diskussion

11:00 Uhr  Die Arbeit zum immateriellen Kulturerbe in der UNESCO-Kommission
Dr. Marlen Meißner, Leitung Abteilung Erbe, Natur, Gesellschaft / Head of Department Heritage, Nature, Society

Praxisbeispiele

11:15 Uhr  Das Wissen und Können um technische Abläufe

Christbaumschmuckherstellung in Lauscha (Thüringen)
Jürgen Müller-Blech, Lauschaer Heimat- und Geschichtsverein e.V.

11:30 Uhr  Kaffeepause

11:45 Uhr
Die Herstellung von Ziegeln und Hochbrandgips,
Gerd Srocke, Verein Ziegelei Hundisburg e.V.

Saigerhütte Olbernhau-Grünthal
Lasse Eggers, Museumsdirektor Olbernhau

Diskussion

12:15 Uhr  Soziale Praktiken in der Industriekultur
Heimweh-Treffen Eisenach
Enrico Martin, AWE-Stiftung

Bergbautraditionen
Heino Neuber, Bergbaumuseum Oelsnitz

Diskussion

12:45 Uhr  Mittagspause
Möglichkeit zum Imbiss im Haus (Selbstkostenbasis)

14:15 Uhr  Vielfalt der Kulturen

Projekte zur Arbeit der Heimatpflege in einer Welt der kulturellen Vielfalt
Stephanie Heyl, Bayerischer Landesverein für Heimatpflege

Runder Tisch der Religionen Augsburg
Christiane Lembert-Dobler M.A.

Diskussion

14:45 Uhr  Inwertsetzung des immateriellen Kulturerbes im Bereich der Industriekultur
Immaterielle Kulturen in Museen. Einblicke in zwei Projekte des Instituts für Museumsforschung (REACH, museum4punkt0)
Dr. Friederike Berlekamp, Institut für Museumsforschung

„Digitale Strategien für den Wissenstransfer – Immaterielles Kulturerbe im Industriemuseum
Dr. Lisa Maubach, Antje Buchholz, LVR-Institut für Landeskunde und Regionalgeschichte 

Diskussion

15.30 Uhr  Zusammenfassung und Ausblick

Dr. Inge Gotzmann, Dr. Helmut Groschwitz, Dr. Annette Schneider-Reinhardt

15.45 Uhr  Ende der Veranstaltung

*angefragt – Programmänderungen bleiben vorbehalten

 

 

Exkursionsleitung

Andrea Geldmacher

Sächsische Landesstelle für Museumswesen an den Staatlichen Kunstsammlungen Dresden

Annette Schneider-Reinhardt

Bund Heimat und Umwelt in Deutschland

Grußworte

Herlind Gundelach

Präsidentin des BHU

Sven Schulze

Oberbürgermeister der Stadt Chemnitz

Dieter Herz

Landesverein Sächsischer Heimatschutz

Moderatorinnen und Moderatoren

Inge Gotzmann

Bundesgeschäftsführerin des Bund Heimat und Umwelt in Deutschland

Helmut Groschwitz

Beratungs- und Forschungsstelle Immaterielles Kulturerbe Bayern, Bayerische Akademie der Wissenschaften

Annette Schneider-Reinhardt

Bund Heimat und Umwelt in Deutschland

Einführung

Ira Spieker

Institut für Sächsische Geschichte und Volkskunde in Dresden

Vortragende

Stephanie Heyl

Denkmalnetz Bayern beim Bayerischen Landesverein für Heimatpflege

Oliver Wurzbacher

Institut für Sächsische Geschichte und Volkskunde

Marlen Meißner

Deutsche UNESCO-Kommission

Lisa Maubach

Institut für Rheinische Landeskunde, Landschaftsverband Rheinland

Lasse Eggers

Museum Olbernhau

Jürgen Müller-Blech

Lauschaer Heimat- und Geschichtsverein e.V.

Heino Neuber

Bergbaumuseum Oelsnitz

Gerd Srocke

Verein Ziegelei Hundisburg e.V.

Friederike Berlekamp

Institut für Museumsforschung

Enrico Martin

Stiftung Automobile Welt Eisenach

Christiane Lembert-­Dobler

Friedensbüro der Stadt Augsburg

Antje Buchholz

Institut für Landeskunde, Landschaftsverband Rheinland

Veranstaltungsort

smac – Staatliches Museum für Archäologie Chemnitz

smac – Staatliches Museum für Archäologie Chemnitz

smac – Staatliches Museum für Archäologie Chemnitz im ehemaligen Schocken-Kaufhaus in Chemnitz | Altsachse, , via Wikimedia Commons


smac – Staatliches Museum für Archäologie Chemnitz
Stefan-Heym-Platz 1
09111 Chemnitz
Sachsen
Deutschland

Anmeldung

Buchungen

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