Dienstag, 26. November 2019- Mittwoch, 27. November 2019 in Berlin-Mitte

Bundeskongress Heimat 2019

Heimat: Zeiten der Umbrüche

Heimat hat in sich etwas grundsätzlich Beständiges und ist dennoch immer wieder von Umbrüchen geprägt. Auf dem Bundeskongress Heimat nehmen wir diese Umbrüche und ihre Bedeutung für Identität, Gesellschaft und Engagement genauer unter die Lupe.

Am ersten Tag diskutieren hochkarätige Panels anhand der Schicksalsjahre 1919 – 1929 – 1949 – 1969 – 1989 über Demokratisierung, Wirtschaftskrisen, Aufbruch, Gestaltung von Wandel und Wertschätzung; dabei richtet sich der Blick nicht nur auf damals sondern insbesondere auch auf heute. Der zweite Tag steht unter dem Motto 2019: Heimat im Blick der Öffentlichkeit: Heimat ist in unserem Alltag und medial so präsent und umstritten wie lange nicht. Diesem Phänomen wollen wir uns nähern und die Rolle von Heimat für gleichwertige Lebensverhältnisse sowie in Öffentlichkeit und Sprache beleuchten.

Der Kongress richtet sich an Vertreterinnen und Vertreter von Organisationen des Themenfelds, von Politik, Wissenschaft und Zivilgesellschaft sowie an unsere bundesweit tätigen Partnerorganisationen und unsere Heimatverbände. Neben fundiertem Input und spannenden Diskussionen setzen wir explizit auch auf Freiräume für informellen Austausch und Vernetzung.

Veranstaltungsort

Der Kongress findet statt in den Räumlichkeiten des Deutschen Sparkassen- und Giroverband e.V. (DSGV); Charlottenstraße 47 in 10117 Berlin.

Schirmherrschaft

Die Schirmherrschaft übernimmt Bundesinnenminister Horst Seehofer.

Anmeldung

Da die Zahl der Teilnehmenden begrenzt ist, bitten wir um Anmeldung beim BHU  an veranstaltung@bhu.de. Bitte geben Sie den Veranstaltungstitel, Ihre Institution, die Tage, an denen Sie teilnehmen werden, sowie Ihre Kontaktdaten an.

Die Teilnahme am Kongress ist kostenlos.

Bitte beachten Sie, dass während der Veranstaltung Foto- und Videoaufnahmen angefertigt werden, die der Veranstalter für seine Dokumentations- und Öffentlichkeitsarbeit verwenden wird.



Programm am 26.11.2019

1919, 1949, 1989: Heimat in Zeiten des Wandels


09.00 Uhr -09.45 Uhr

Pressegespräch

Interessierte Journalistinnen und Journalisten können sich unter presse@bhu.de zum Hintergrundgespräch anmelden.


10.00 Uhr -11.15 Uhr

Bedeutung von Heimat in Zeiten des Wandels

Begrüßungsworte zum Thema von

  • Dr. Herlind Gundelach, Präsidentin des Bund Heimat und Umwelt in Deutschland
  • Marco Wanderwitz, Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat
  • Helmut Schleweis, Präsident des Deutschen SParkassen- und Giroverbandes

Thematische Einstimmung

11.15 Uhr - 11.45 Uhr

Kaffeepause

Christian Schüle, Schriftsteller: Die letzten 100 Jahre aus der Perspektive von Heimat in Deutschland und Europa

11.45 Uhr - 12.45 Uhr

Panel 1 - 1919: Demokratisierung

Es diskutieren:

  • Prof. Dr. Norbert Lammert, Präsident des Bundestages a.D.
  • Dr. Robert Habeck, Bundesvorsitzender Bündnis 90/Die Grünen und Schriftsteller*
  • Prof. Dr. Hans-Günter Henneke, Hauptgeschäftsführer Deutscher Landkreistag
  • Dr. Thomas Westphalen, Vorstand des Landesvereins Sächsischer Heimatschutz

Das Jahr 1919 kann als Startpunkt für die Demokratisierung auf breiter Fläche gesehen werden: In dieser Zeit befinden sich Politik und Gesellschaft in einem radikalen Umbruch. Nach den traumatischen Erfahrungen des ersten Weltkriegs, den erlittenen Verlusten materieller und ideeller Art sowie der Gleichstellung aller Bürger vor dem Gesetz, müssen neue politische und gesellschaftliche Strukturen entwickelt und neue Rollen gefunden werden – auch in den Heimatverbänden.

Demokratie ist aber etwas, das nicht einmal, sondern immer wieder neu errungen werden muss. Der Prozess der Demokratisierung dauert daher bis heute an. Wichtige Grundpfeiler der Demokratie wie eine gesunde Debattenkultur oder das klare Bekenntnis zu einer offenen Gesellschaft stehen heute wieder auf dem Prüfstand. Die Gesellschaft im Ganzen und die Heimatverbände im Kleinen müssen Wege finden, Demokratie leben zu können.

12.45 Uhr - 14.00 Uhr

Gelegenheit zum Gruppenfoto
Mittagsimbiss

14.00 Uhr - 15.00 Uhr

Panel 2 - 1949: Aufbruch und neue Heimaten

Es diskutieren:

  • Dr. Thomas Wurzel, Präsidiumsmitglied des Bund Heimat und Umwelt in Deutschland
  • Dr. Silke Eilers, Geschäftsführerin des Westfälischen Heimatbundes
  • Rainer Ohliger, Vorstand beim Netzwerk Migration in Europa und Kuratoriumsmitglied des Bund Heimat und Umwelt in Deutschland (BHU)

In diesem Jahr entstehen nach der Zeit des Nationalsozialismus‘ und der Katastrophe des zweiten Weltkriegs die beiden deutschen Staaten, die für 40 Jahre die Trennung in Ost- und West symbolisieren. Diese Zeit ist nicht nur für die Vertriebenen geprägt von dem Verlust der Heimat und dem Aufbau einer neuen Existenz sowie dem Finden eines Umgangs mit der Vergangenheit.

Auch heute leben wir in einer Zeit des Aufbruchs. Menschen, die in Deutschland geboren sind, werden immer mobiler und wenngleich Deutschland schon lange eine Einwanderernation ist, kommen nach wie vor Diskussionen um den Zuzug nach Deutschland auf. Ob und wie neue Heimaten entstehen können und wie Heimatverbände damit umgehen können, dass immer mehr Menschen ihre Heimat abseits von dem Ort finden, an dem sie aufgewachsen sind, ist weiter hochaktuell.

15.00 Uhr - 15.30 Uhr

Kaffeepause

15.30 Uhr - 16.30 Uhr

Panel 3 - 1989: Wandel gestalten

Es diskutieren:

  • Dr. Karamba Diaby, MdB und Präsidiumsmitglied des Bund Heimat und Umwelt in Deutschland
  • Holger Kulick, Bundeszentrale für politische Bildung
  • Monika Lazar, MdB
  • Dr. Annette Schneider-Reinhardt, Geschäftsführerin des Landesheimatbund Sachsen-Anhalt

Die Öffnung der Grenzen zwischen Ost und West bringt tiefgreifende politische, gesellschaftliche und persönliche Veränderungen mit sich, insbesondere für die ehemaligen DDR-Bürger*innen. Wie hat die Grenzöffnung den Blick der Menschen auf das Thema Heimat verändert? Wie haben sich die Menschen und die Heimatvereine in Ost und West gegenseitig beeinflusst?

Wie Ost und West zusammenleben ist auch heute noch Thema der Diskussion. Gleichzeitig ist die Wende nicht der einzige oder letzte tiefgreifende Wandel in der Gesellschaft: Gleichberechtigung, Teilhabe, Diversität, Integration und der Umgang mit dem Klimawandel werden seit den 1960ern und bis heute diskutiert. Wie wollen wir als Gesellschaft zusammen leben und welche Rolle haben Heimatverbände dabei?

16.30 Uhr - 17.00 Uhr

Tagesabschluss und Diskussion

Ihre Tageseindrücke diskutieren:

  • Lutz Töpfer, Vizepräsident des Bund Heimat und Umwelt in Deutschland
  • Rainer Ohliger, Kuratoriumsmitglied des Bund Heimat und Umwelt in Deutschland und Vorstand des Netzwerk Migration in Europa

Programm am 27.11.2019

2019: Heimat im Blick der Öffentlichkeit


10.15 Uhr -11.00 Uhr

Heimat im Blick der Öffentlichkeit

Begrüßungsworte zum Thema von Dr. Herlind Gundelach, Präsidentin des Bund Heimat und Umwelt in Deutschland

Thematische Einstimmung durch Prof. Dr. Dr. Uwe Wolfradt, Professor für Psychologie an der Universität Halle-Wittenberg, und John Palatini, Landesheimatbund Sachsen-Anhalt

11.00 Uhr - 12.00 Uhr

Panel 4 - 2019: Gleichwertige Lebensverhältnisse

Es diskutieren:

  • Prof. Dr. Matthias von Schwanenflügel, Abteilungsleiter im Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend
  • Dr. Michael Frehse, Abteilungsleiter im Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat
  • Dr. Herlind Gundelach, Präsidentin des Bund Heimat und Umwelt in Deutschland und Mitglied der Kommission für Gleichwertige Lebensverhältnisse
  • Marco Beckendorf, Bürgermeister der Gemeinde Wiesendorf/Mark

Gleichwertige Lebensverhältnisse und Heimat sind eng miteinander verwobene Konzepte. Wenn Regionen abgehängt werden, weil es keine Infrastruktur gibt oder Personen ausgegrenzt werden, verlieren Menschen ihre Heimat. Gleichzeitig ist Heimat mehr als eine Bushaltestelle und eine Hausärztin, denn sonst würden Menschen lange nicht mehr in ihrer alten Heimat ausharren oder sogar dorthin zurückkehren. Wir möchten ins Gespräch darüber kommen, wie beides zusammenhängt und voneinander profitieren kann.

12.00 Uhr - 13.30 Uhr

Diskussion
Mittagsimbiss

13.30 Uhr - 14.30 Uhr

Panel 5 - 2019: Heimat und Sprache

Es diskutieren:

  • Prof. Dr. Helmut Brall-Tuchel, Professor für deutsche Sprache an der Universität Düsseldorf
  • Wolfgang Börnsen, MdB a.D., ehem. Vizepräsident des BHU und Autor
  • David Saam, Musiker

Heimat ist in unserem Alltag und medial so präsent und umstritten wie lange nicht. Ob politische Diskussion oder Werbung – Heimat sagt uns noch etwas. Wir möchten keinen weiteren Versuch unternehmen, das Wort Heimat zu definieren, sondern darauf schauen: Wie drückt Heimat sich aus? Was bedeutet Sprache für Heimat? Und wie prägen unsere Worte für Heimat – egal ob sie hochdeutsch, im Dialekt oder zweisprachig sind – auch unser Denken?

14.30 Uhr - 15.00 Uhr

Kaffeepause

15.00 Uhr - 16.00 Uhr

Panel 6 - 2019: Heimat in der Debatte

Es diskutieren:

  • Marc Brost, Ressortleiter Politik Die ZEIT
  • Christian Jakob, taz
  • Stephanie Heyl, Bayerischer Landesverein für Heimatpflege

Wie geht die Gesellschaft damit um, dass Heimat so umstritten ist und wie sprechen wir über Heimat? Wir möchten mit Menschen sprechen, die mit Menschen über Heimat sprechen und von ihren Eindrücken hören. Wie verläuft die Diskussion über Heimat(en) ab? Welche Folgen hat die anhaltende Debatte für den Umgang mit Heimat? Wo nutzt die Debatte und wo schadet sie?

16.00 Uhr - 16.30 Uhr

Tagesabschluss und Ausblick

Ihre Tageseindrücke diskutieren:

  • Dr. Herlind Gundelach, Präsidentin des Bund Heimat und Umwelt in Deutschland
  • Dr. Ingeborg Berggreen-Merkel, Kuratoriumsmitglied des Bund Heimat und Umwelt in Deutschland

Einladung zum Bundeskongress Heimat 2020 in der Landesvertretung Mecklenburg-Vorpommerns:

  • Dr. Anna-Konstanze Schröder, Geschäftsführerin des Heimatverbands Mecklenburg-Vorpommern

*Noch nicht bestätigt. Programmänderungen vorbehalten.