Die ursprünglich vorhandene Vielzahl von regionalen Nutzpflanzensorten und Haustierrassen ist seit mehr als hundert Jahren weltweit stark rückläufig. Daher ist die Sorten- und Artenvielfalt ein Thema, mit dem sich immer mehr Akteure im landwirtschaftlichen wie auch privaten Bereich befassen und darüber nachdenken, wie die großen Verlustraten an biologischer Vielfalt auszugleichen sind. Ebenso bedeutend ist der Verlust der Lebensräume der Tiere und Pflanzen, was gleichermaßen die Nutztiere und pflanzen betrifft.

 

Gegensteuern mit der Erhaltung und Zucht alter bzw. neuer Sorten mit ihrer genetischen Vielfalt ist eine wichtige Aufgabe für die Ernährung. So werden Genpools erhalten, die auch im Rahmen des Klimawandels und bei Krankheiten eine Pufferfunktion einnehmen können.

Die Vielfalt ist oft beschränkt auf Regionen bzw. landschaftliche Besonderheiten, ihre Potentiale reichen aber weit darüber hinaus.

Viele Vereine in den ländlichen Räumen befassen sich im Rahmen der Bildung für nachhaltige Entwicklung mit historischen Nutzpflanzen, den Sorten aus ihrer Region, bemühen sich um die Erhaltung und die Entwicklung regionaler Produkte, geben Wissen weiter und stärken damit auch die regionale Identität.

Die Erhaltung der Vielfalt von Nutzpflanzensorten und Haustierrassen ist eine Ergänzung zur notwendigen produktionsintensiven Landwirtschaft und bietet eine „Fallback-Strategie“ zum Beispiel bei Wetterextremen durch den Klimawandel.

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Agrobiodiversität ist Teil der Lebensgrundlage der Menschen und ein zentraler Faktor für die Landwirtschaft, da die biologische und genetische Vielfalt bei Nutzpflanzen und -tieren eine zuverlässige Weiterentwicklung garantiert.

Agrobiodiversität ist Voraussetzung zur Erhaltung der jahrhundertealten Kulturlandschaften und daher Voraussetzung für einen wichtigen Teil von Heimat der im Umfeld lebenden Menschen. Besonders im ländlichen Raum ist die Agrobiodiversität Grundlage für eine Vielzahl von Funktionen, die regional unterschiedlich und mehr oder weniger komplex sind.

Agrobiodiversität ist auch ein Faktor für die Erhaltung des Immateriellen Kulturerbes, z. B. beim Erhalt von Almwirtschaften, historischer Nutztierrassen, wie z.B. des Harzer Höhenviehs oder historischer Getreidesorten (Emmer, Dinkel) für die deutsche Brotkultur u.a.. Dies findet durch die UNESCO-Konvention zum Immateriellen Kulturerbe weltweit zunehmend Beachtung. Darüber hinaus zeugen alte Sorten von historischen Entwicklungen des Landbaus, sie prägen traditionelle agrarische Kulturlandschaften und bieten neben Erträgen oftmals auch einen Blick in besondere Landschaftsformen. Eine artenreiche Kulturlandschaft dient außerdem zur Erholung und trägt zur Landschaftsästhetik bei.

Durch eine Zunahme an Flächenversiegelung und eine verstärkte intensive Nutzung von Agrarflächen mit höherem Düngereinsatz ist die Steigerung der Agrobiodiversität eine wichtige Aufgabe. Ein aktuelles Problem ist außerdem der inzwischen deutlich spürbare Klimawandel, der sich auf Wachstum und Ertrag von Nutzpflanzen deutlich auswirkt. Die Pflanzen müssen mit höheren Temperaturen und längeren Trockenperioden auskommen. Außerdem gefährdet eine zu enge Zuchtauswahl auf lange Sicht die Erfolge der landwirtschaftlichen Produktion.

Auf Grund der vielfältigen Aufgaben existieren auch unterschiedliche Interessengruppen, insbesondere Landwirte, Vereine und Verbände, Kulturlandschaftspflegeeinrichtungen, der materielle und immaterielle Kulturgüterschutz, Kommunen und der regionaler Tourismus.

Projektdetails

Förderung durch:
Landwirtschaftlichen Rentenbank

Projektstart:

Projektende:

Projektbudget: 25.000,00€

Förderanteil:

2023-AGROBIODIVERSITAET