Grünland als Dialog Das Projekt möchte die gesellschaftliche Relevanz und den Mehrwert von Grünlandnutzung hervorheben. Ziel des Projektes ist es, auf die Besonderheiten von Grünlandflächen aufmerksam zu machen, ihre Bedeutung für verschiedene Interessengruppen herauszustellen und erfolgreiche Konzepte zur Erhaltung oder zur Anlage von Grünland im gemeinsamen Austausch der Akteure vorzustellen und eine Vernetzung fördern.

Grünland ist ein traditionell wichtiges Standbein in der Landwirtschaft. Es ist in jeglicher Form landschaftsprägend und Teil von Heimat der im Umfeld lebenden Menschen. Der BHU und seine Mitgliedsverbände sind über verschiedene Interessenfelder mit dem Thema Grünland verbunden. Ihnen ist daran gelegen, die Erhaltung von Kulturlandschaft aber auch ihren Wandel im Sinne der Gestaltung von Heimat durch die engagierten Menschen vor Ort zu begleiten. Die Interessen der Landwirte als Landnutzer (Landbesitzer oder -pächter) nehmen einen wesentlichen Stellenwert ein, was es zu vermitteln gilt. Gleichzeitig sind auch Argumente des Natur-, Kultur- und Klimaschutzes wichtig. Es geht also darum, die verschiedenen Dimensionen von Grünland aufzuzeigen und den Mehrwert für alle herauszustellen.

Daher sollen in einem Expertenworkshop Vertreter verschiedener Akteursgruppen die vielseitigen Funktionen des Grünlands verdeutlichen. Im Falle von konvergierenden Argumentationen wird angestrebt, gegenseitiges Verständnis zu erwirken und miteinander zu diskutieren, um gemeinsame gute Lösungen zu erarbeiten. Dieser Prozess soll von der Vorstellung bereits existierender GuterPraxis-Beispiele von erfolgreichen Kooperationen zwischen Landwirten, Kulturlandschaftspflegern und Vereinen begleitet werden, die im Rahmen des Projektes vorher mittels Umfrage bei Projektpartnern und Mitgliedsverbänden recherchiert wurden. Im Ergebnis soll die positive Zusammenarbeit zwischen Landwirten, Vereinen und Engagierten weiter ausgebaut werden.

Zentrale Aspekte zur Pflege und Erhaltung von Grünland, gemeinsame und unterschiedliche Ziele, aber auch die kulturgeschichtlichen bzw. kulturellen Bedeutungen schlechthin sollen herausgearbeitet werden. Die Ergebnisse bieten eine Grundlage, Zusammenarbeit zwischen unterschiedlichen Interessenvertretern zu initiieren und sich gegenseitig zu unterstützen. Dabei wird neben der wirtschaftlichen Bedeutung gleichzeitig die Erhaltung von Kulturerbe gefördert und positive Effekte für Klimaschutz sowie Biodiversität erwirkt. Hierbei geht es darum, die kulturelle Bedeutung der Landnutzung herauszustellen und Perspektiven in der modernen Landwirtschaft im Einklang mit anderen Interessen zu unterstützen.

Die Beiträge sollen zur weiteren Verbreitung in der Öffentlichkeit in der BHU-Publikationsreihe (Print und Online) erscheinen. Gleichzeitig soll die mit Hilfe einer Umfrage erstellte Sammlung von Best Practice Beispielen zur weiteren Bearbeitung und Vernetzung Interessierter zur Verfügung gestellt werden.

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Grünland in jeglicher Form ist Teil einer jahrhundertealten Kulturlandschaft und daher ein wichtiger Teil von Heimat der im Umfeld lebenden Menschen. Sowohl intensiv als auch extensiv genutztes Grünland erfüllt insbesondere im ländlichen Raum eine Vielzahl von Funktionen. Diese sind vom Standort abhängig und können daher regional unterschiedlich und mehr oder weniger komplex sein. Das extensiv bewirtschaftete Grünland kann beispielsweise als Weideflächen für Tierhaltung und zur Gewinnung von Tierfutter dienen. Es ist wichtig für den Klimaschutz, da es CO2 bindet, für den Erhalt der Biodiversität von Pflanzen und Tieren, durch Verhinderung von Bodendegradation für den Schutz des Bodens und es kann zur Wasserregulierung beitragen. Darüber hinaus dient Grünland als Teil der Kulturlandschaft zur Erholung, trägt zur Landschaftsästhetik bei und bietet Schutz für unterirdische Kulturgüter. Grünland ist ebenfalls ein Faktor, der beim Erhalt des Immateriellen Kulturerbes eine Rolle spielt, z. B. beim Erhalt von Wässerwiesen, als Weideflächen für Rückepferde oder beim Erhalt der Almwiesen. Grünlandflächen können auch als Ausgleichsflächen (Kompensation) eingesetzt werden, wie etwa als Randstreifen, z. B. beim Straßenbau. Das Thema Grünland hat also neben vielfältigen aktuellen Bezügen auch eine historische Dimension, indem es als Schutz von materiellem und immateriellem Kulturgut dient.

Extensiv genutzte Grünlandflächen haben in den letzten Jahrzehnten abgenommen und bleiben inzwischen durch die Agrarreform von 2013, mit der eine finanzielle Unterstützung für bestimmte Bewirtschaftungsformen von Grünland einher geht, auf etwa gleichem Niveau stabil (https://www.umweltbundesamt.de/daten/umweltindikatoren/indikator-gruenlandflaeche#wie-istdie-entwicklung-zu-bewerten). Durch eine Zunahme an Flächenversiegelung und eine verstärkte intensive Nutzung von Grünland mit höherem Düngereinsatz und häufigeren Mähzyklen ist die Erhaltung von extensiv genutzten Grünlandflächen eine wichtige Aufgabe. Auch weniger oder nicht ertragreiches Grünland gilt es zu erhalten, da eine vollkommene Selbstüberlassung zu einer Verbuschung und damit zu einer weiteren Abnahme der Flächen führen würde.

Auf Grund der vielfältigen Funktionen existieren auch unterschiedliche Nutzergruppen. Dort, wo viele Funktionen erfüllt werden, begegnen sich viele Interessen, z. B. die der Landwirte, der Naturschutzverbände, der Kulturlandschaftspflege, des materiellen und immateriellen Kulturgüterschutzes sowie die der Spaziergänger, Wanderer, Radfahrer, Jäger, Hirten, Imker und der Kommunen und des regionalen Tourismus.

Projektdetails

Förderung durch:
Landwirtschaftlichen Rentenbank

Projektstart:

Projektende:

Projektbudget:

Förderanteil:

2022-GRUENLAND