Dieses Projekt möchte die gesellschaftliche Relevanz und den Mehrwert einer guten Kooperation zwischen Vereinen und Initiativen zur Kulturlandschaftspflege und Umweltschutz hervorheben. Vertreter verschiedenartiger erfolgreicher Praxisbeispiele für eine solche Zusammenarbeit in ihrem gesamten Spektrum und deren Bedeutung für Gesellschaft und Umwelt sollen bei einer Tagung für Austausch und Diskussion zusammengebracht werden. Projekte und Ergebnisse sollen anschließend zur weiteren Verbreitung in der Öffentlichkeit in der BHU-Publikationsreihe erscheinen.

Die aktuellen Proteste im Herbst 2019 von Landwirten und anderen Landnutzern haben aufgezeigt, dass sich diese Berufsgruppe zur Zeit von der Politik aber auch von anderen Teilen der Gesellschaft in ihrem Tun nicht akzeptiert sieht. Landwirte fühlen sich mit ihren Interessen und Zwängen, aber auch mit ihrem Einsatz für Artenschutz, Umwelt und Biodiversität nicht ausreichend gesehen und vertreten. Gleichzeitig sehen Menschen vor Ort ihre Landschaft durch die intensive Landwirtschaft bedroht.

Hier möchte das Projekt ansetzen und statt des Konflikts positive Kooperationen von Landwirten und Menschen, die sich für den Erhalt von Kulturlandschaft und Umwelt einsetzen, vorstellen und analysieren, um Verständnis für unterschiedliche Positionen im Hinblick auf Landwirtschaft, Kulturlandschaft und Umweltschutz herzustellen, Konfliktlösungen vorzustellen und eine Zusammenarbeit zu verbessern.

Lokale Träger von Landschaftsschutz und Pflege sind oftmals die Heimatvereine vor Ort, stärker auf landwirtschaftliche Belange ausgerichtet sind landwirtschaftliche Vereine, Landakedemien, Landjugend und Landfrauen. Hier möchte das Projekt ansetzen und fragen, wo es erfolgreiche Kooperationen zwischen Landnutzern und Menschen, die ihren Lebensraum mit Kulturlandschaft und Umwelt schützen wollen, gibt. Es werden Beispiele insbesondere auf lokaler Ebene eine zentrale Rolle spielen, denn der Handlungsraum ist beiden Seiten vertraut und wichtig. Dennoch können solche regional begrenzten Beispiele strukturell und methodisch Hilfestellungen für zukünftige überregionale Projekte bieten.

Dieses Projekt möchte die gesellschaftliche Relevanz und den Mehrwert einer guten Kooperation zwischen Vereinen und Initiativen zur Kulturlandschaftspflege und Umweltschutz hervorheben. Vertreter verschiedenartiger erfolgreicher Praxisbeispiele für eine solche Zusammenarbeit in ihrem gesamten Spektrum und deren Bedeutung für Gesellschaft und Umwelt sollen bei einer Tagung für Austausch und Diskussion zusammengebracht werden. Projekte und Ergebnisse sollen anschließend zur weiteren Verbreitung in der Öffentlichkeit in der BHU-Publikationsreihe erscheinen.

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Die Agrarwirtschaft hat die Kulturlandschaft in besonderem Maße geprägt und verändert sie nach wie vor. Seit den 50er Jahren des 20. Jahrhunderts hat die Industrialisierung im Bereich der Landwirtschaft stark zugenommen. Immer größere Produktmengen werden erzeugt, bei einem gleichzeitigen Rückgang an Menschen, die in der Landwirtschaft arbeiten. Dazu trägt auch der Rückgang von Höfen bei, die wirtschaftlich arbeiten können. Außerdem geht der Trend im Ernährungsbereich zunehmend hin zu fertig zubereiteten Lebensmitteln. Das hat dazu geführt, dass immer weniger Menschen einen persönlichen Bezug zu der modernen Produktion von landwirtschaftlichen Erzeugnissen haben und damit auch das Verständnis und die Wertschätzung für diese Art der Arbeit sinkt.

Gleichzeitig haben die Menschen ein steigendes Interesse an dem Erhalt und der Pflege von Kulturlandschaft, an Klima-, Tier- und Insektenschutz. Damit verbunden sind z. B. Forderungen nach dem Erhalt oder dem Neuanlegen von Feldwegsäumen, dem geringeren Einsatz von Pestiziden, der artgerechten Haltung von Nutztieren und Ähnliches mehr.

Vielfach organisieren sich die Menschen in Vereinen, um diesen Ideen zu vertreten und umzusetzen.

Diese Ideen sind nicht neu, die Heimatvereine beispielsweise verfolgen erfolgreich den Schutz und die Pflege von Kulturlandschaft und Natur bereits seit vielen Jahrzehnten.

Sowohl Landwirte als auch die Menschen in den Vereinen nutzen dieselbe Kulturlandschaft in unterschiedlicher Weise und haben dabei berechtigte Interessen, die sie vertreten. In den vergangenen Jahren haben sich zunehmend Spannungen/Konflikte zwischen Landwirten und den in den Vereinen engagierten Menschen entwickelt, die dazu führen, dass auf beiden Seiten weniger Kompromissbereitschaft und weniger Verständnis für die jeweils andere Position vorhanden ist.

Hier gilt es nach erfolgreichen Kooperationen zu fragen, die die Interessen beider Seiten verstehen und im Blick haben, wo Kompromisse gefunden werden und gemeinsam für die gleichen Ziele gearbeitet wird. Viele Heimatvereine arbeiten bereits in ihren Projekten erfolgreich mit Landwirten zusammen. Die Grundlagen solcher erfolgreicher Kooperationen festzuhalten und weiterzugeben, ist eine wichtige Aufgabe zur Verbesserung bei der gemeinsamen Arbeit von Landwirten und (Heimat)vereinen.

Dr. Marianne Tabaczek
marianne.tabaczek@bhu.de
+49 228 76 75 00 12

Projektdetails

Förderung durch:
Landwirtschaftlichen Rentenbank

Projektstart:

Projektende:

Projektbudget:

Förderanteil:

2020-LANDWIRTSCHAFT-VEREINE