BHU Mitgliedsverband

Verein für die Geschichte Berlins

Gegründet 1865-01-28
Sitz: Berlin

Geschichte sichtbar machen

Der Verein bemüht sich um die Erforschung der Berliner Geschichte und die Veröffentlichung der Ergebnisse. Seit 1951 erscheint ein Jahrbuch, seit 1954 unter dem Titel „Der Bär von Berlin“. Die „Mitteilungen des Vereins für die Geschichte Berlins“ stellen vierteljährlich die unmittelbare Verbindung zu den Mitgliedern her. Seit 2015 gibt der Verein beim Elsengold Verlag die vierteljährliche Zeitschrift Berliner Geschichte heraus. Die Mitglieder des Vereins erhalten diese Hefte als Teil ihrer Mitgliedschaft. Jedes Heft behandelt ein spezifisches Thema, zum Beispiel zu:

  • 1920 – Groß-Berlin entsteht
  • Die Hugenotten in Berlin
  • Berlin im Dritten Reich
  • Die Revolution 1918/19

Führungen und Vorträge wirken in die breite Öffentlichkeit hinein.

Baudenkmäler und Bildhauerei

Neben der Geschichtsforschung setzt sich der Verein für die Erhaltung und Pflege wichtiger Baudenkmäler ein. Der Verein fördert die Dokumentation von künstlerischen Darstellungen im öffentlichen Raum, die von der der Hochschule für Technik und Wirtschaft unter den Namen Bildhauerei in Berlin durchgeführt wird und online zugänglich ist.

Seit 2018 schreibt der Verein jährlich einen Wissenschaftspreis aus, mit dem Arbeiten zur Berliner Geschichte prämiert werden. Der Preis wurde inzwischen mehrfach vergeben.

Geschichte

Die Anfänge

1865 entstand der „Verein für die Geschichte Berlins“ aus dem Wunsch, die Geschichte der Stadt zu erforschen, Überliefertes zu bewahren und der Bevölkerung zum Bewusstsein zu bringen. Die Gründer, unter anderem der Oberbürgermeister, reagierten damit auf die Bedrohungen durch den technischen Fortschritt, wie sie ihn verstanden. In der Satzung legten sie die Aufgaben fest, und zwar den Erhalt von Zeugnissen der Stadtgeschichte, die wissenschaftliche Forschung und die Veröffentlichung der Erkenntnisse in Schrift und Wort.

Der Verein nahm in der folgenden Zeit einen bedeutenden Aufschwung. Erstellt wurde eine umfangreiche Bibliothek zur Geschichte Berlins und des Vereins. Es wurden beachtliche berlinhistorische Veröffentlichungen herausgegeben und Vorträge gehalten. Im gesellschaftlichen Leben spielte der Verein eine immer größere Rolle. Einflussreiche Politiker und Unternehmer, Künstler und Schriftsteller gehörten zu seinen Mitgliedern.

Turbulente Zeiten

Im Ersten Weltkrieg konnte das Vereinsleben kaum aufrechterhalten werden. Die wirtschaftliche und politische Unruhe in den zwanziger Jahren des 20. Jahrhunderts ließ nur eine eingeschränkte Vereinsarbeit zu. Die nationalsozialistische Machtübernahme im Jahre 1933 führte wie bei den meisten Vereinen zur Gleichschaltung, dementsprechend konnten die stadtgeschichtlichen Veranstaltungen und Forschungsuntersuchungen nur eingeschränkt fortgesetzt werden. 1943 ging das Vereinsarchiv und fast die gesamte Bibliothek verloren.

(K)eine Neugründung

In der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg war zunächst jede Betätigung auch für kulturelle Vereinigungen verboten. 1946 fanden bereits erste Beratungen statt. Man beschloss eine Neugründung und erhielt 1949 die Genehmigung der Alliierten Kommandatur. Man bemühte sich um die Bibliothek, die stets erweitert wurde. Schließlich überlegte man, den Verein für die Geschichte Berlins von 1865 wieder zu beleben. 1959 wurde eine neue Vereinsbibliothek eröffnet. Zur Fusion des 1949 gegründeten Vereins mit dem rechtlich weiterhin existierenden Verein von 1865 löste sich der Verein von 1949 auf und empfahl seinen Mitgliedern die Mitgliedschaft in dem 1865 gegründeten gleichnamigen Verein. Nach der Wiedervereinigung und dem Fall der Mauer 1989 dehnte der Verein seine Tätigkeit auf das gesamte Berlin aus. Bis 2003 bestand er als Alt-Korporation mit den Rechten einer juristischen Person, danach musste er eine Eintragung in das Vereinsregister beantragen. Seit der Eintragung in das Vereinsregister am 9. November 2005 trägt er den Zusatz „e. V.“

NORMDATEN zu Verein für die Geschichte Berlins

GND 39686-2 | LCCN n90677991 | VIAF 147169332

Ausgewählte Artikel sind mit Normdaten (Körperschaft) verknüpft. Links auf die entsprechenden Datensätze liefern unabhängige Daten zur Person, Körperschaft oder dem Schlagwort, das im Artikel behandelt wird.