Kulturdenkmal des Jahres 2020

Historische Orte der Heilung und Gesundheit

Historische Orte der Heilung und Gesundheit, wie Krankenhäuser, Heil- und Kuranlagen, Heilstätten, Wallfahrtsorte, Apotheken und Arztpraxen waren meist prächtig gebaut und gut ausgestattet. Heute erfüllen sie oft nicht mehr die Standards der modernen Medizin und werden deshalb entweder komplett umgebaut, umgenutzt oder sie verfallen. Nur wenige werden musealisiert. Sie stellen jedoch wichtige Kulturdenkmäler dar, denn all diese Gebäude und Orte sind bedeutende und zum Teil einmalige Zeugnisse der Medizin- und Heilungsgeschichte in Deutschland. Auch architekturhistorisch sind sie von großer Bedeutung. Ein Schutz dieser eindrucksvollen Baudenkmäler und Orte ist daher besonders wichtig.

Die Trinkkuranlage in Bad Nauheim (Hessen) wurde im Jugendstil errichtet. Das Gebäude-Ensemble erinnert an antike Thermen oder frühchristliche Kirchen und unterstreicht die heilende Wirkung des Wasser. (Foto: I.Ewinkel)

Das Gebäude der ehemaligen Werftkrankenkasse in Kiel (Schleswig-Holstein). Nach Umbau und Renovierung wird es heute von Künstlerinnen, Künstlern und Restauratoinnen und Restauratoren genutzt. Foto:

Das ehemalige Oberamtskrankenhaus Tettnang (Schwaben), erbaut 1884-1886 besaß einen zentralbauartigen Krankensaal. Heute beherbergt es die städtische Musikschule und eine Grundschule. (Foto: ANKAWÜ, CC BY-SA 3.0)

Der Palmengarten im niedersächsischen Staatsbad Bad Pyrmont ist in den um 1900 als französischer Landschaftsgarten gestalteten Kurpark integriert und mit über 300 Palmen ein herausragendes Gartenensemble. (Foto: J.Mitzkat)

Das Haus des Gastes im Kurpark von Preußisch-Oldendorf (Westfalen, NRW) war ursprünglich ein Rittergut und dient heute als Ort für Information und Unterhaltung. (Foto Touristik Preußisch-Ohlendorf)

1699 in Form einer ersten Hainbuchenallee ins Leben gerufen, entwickelten sich die Kurparkanlagen von Bad Wildbad (Baden, Baden-Württemberg) mit ca. 35ha zu einem der größten naturbelassenen Kurparks in Deutschland. (Foto: Door Frank Vincentz, CC BY-SA 3.0)

Die bergbauliche Sozialversicherung im Saarland errichtete zu Beginn des 20. Jahrhunderts diese Klinik. Die symmetrisch ausgeformte Schaufassade zeigt eine Vielzahl architektonischer Bezüge zum Bergbau. (Foto: D.Slotta)

Der zusammenhängende Komplex von historischen Soleförderanlagen ist heute in Europa ein einmaliges technisches Denkmal. Durch die erkannten medizinischen Wirkungen der Freiluftinhalation entwickelte sich Kösen (Sachsen-Anhalt) zu einem Modebad. (Foto: A.Schneider-Reinhardt)

Das Hospital zum Heiligen Geist in Vreden (Westfalen, NRW) diente bis ins 19. Jahrhundert als Spital für Armen, Alten- und Krankenpflege. Heute sind hier Ausstellungsräume untergebracht. (Foto: J.Leeck)

Ab 1880 entwickelte sich in Sellin auf Rügen (Mecklenburg-Vorpommern) der Badebetrieb. Es begann die Entwicklung zum mondänen Badeort mit prächtiger Bäderarchitektur. (Foto: TVM/S.Kraus)

Das Klinikum „Georgius Acricola“ in Saalfeld (Thüringen) wurde in den Jahren 1953-55 von dem Architekten und Hochschullehrer Hanns Hopp erbaut. (Foto: Thüringen-Kliniken)

Die Kuranlagen in Bad Neuenahr (Rheinland-Pfalz) wurden ab 1927 geplant. Trotz Denkmalschutzes riss die Stadt das Ensemble zugunsten eines Neubaus 2019 ab. (Foto: A.Hausberg)

Das 1913-1926 errichtete Fritz Schumacher-Haus diente als medizinisches Forschungsinstitut des Allgemeinen Krankenhauses Ependorf (Hamburg). Heute beherbergt es unter anderem das Medizinhistorischen Museum. (Foto: A.-F.Holstein)

1487 entstand ein erstes Badhaus im fränkischen Wildbad Burgbernheim (Bayern). 1789 wurde es mit einem Badeschloss auf einer Terrasse über dem Waldrand großzügig ausgebaut. (Foto: V.Eidloth)

Die Beelitzer Arbeiter-Lungenheilstätten (Brandenburg) sind ein denkmalgeschütztes Ensemble von 60 Bauwerken auf einer Gesamtfläche von ca. 200 Hektar. Neben bereits sanierten Gebäuden gibt es noch eine Reihe verfallener Bauten. (Foto: Baum&Zeit Baumkronenpfad Beelitz)

Der Erker der Ratsapotheke in Lemgo (Lippe) entstand 1612 und ist ein besonders gut erhaltenes Beispiel der Weserrenaissance. (Foto: H.Boggrefe)

Faltblatt: Historische Orte der Heilung und Gesundheit

Unser Flyer zum Kulturdenkmal des Jahres 2020 stellt Beispiele aus den Regionen übersichtlich dar und gibt einen Einblick, warum wir „Historische Orte der Heilung und Gesundheit“ gewählt haben. Die digitale Version können Sie hier herunterladen. Die Druckversion des Flyers sowie einen DinA1-Wandkalender für 2020 können Sie unter bestellung@bhu.de beziehen.