Indoors, Interior Design, Home Damage, Window - Broken

In partnerschaftlicher Zusammenarbeit des Schwäbischen Heimatbundes, des Landesvereins Badische Heimat und der Wüstenrot Stiftung, wird der Denkmalschutzpreis Baden-Württemberg im Jahr 2024 zum 38. Mal ausgeschrieben.

Private Bauherrschaften sind aufgerufen, ihre Arbeit und die Leistungen zum Fortbestand eines erhaltenswerten, nicht unbedingt denkmalgeschützten Gebäudes dem Wettbewerb zu stellen. Vorbildlich und beispielhaft instandgesetzte Denkmale werden mit einem Preisgeld von insgesamt 25.000,- Euro unterstützt. Dieses wird in der Regel auf fünf Preisträger aufgeteilt.

 Blazer, Clothing, Coat, Jacket, Flag, Adult, Male, Man, Person, Formal Wear, Suit, People, Face, Head, Accessories, Tie, Crowd, Photography, Portrait

Der Regierende Bürgermeister von Berlin, Kai Wegner, händigte am 14. März 2024 dem früheren Gartenbaudirektor im Landesdenkmalamt Berlin, Dr. Klaus von Krosigk, die Ernst-Reuter-Plakette aus. Mit der Ernst-Reuter-Plakette zeichnet der Senat von Berlin in- und ausländische Persönlichkeiten für kommunale Verdienste oder für Verdienste in Wissenschaft, Wirtschaft, Politik oder Kunst aus.

Wegner: „Natur und Kunst haben den Gartenarchitekten, Garten- und Kunsthistoriker Dr. Klaus von Krosigk von Jugend auf begeistert. Er machte seine Leidenschaft zum Beruf und wurde zum Vorreiter. 1978 baute Dr. von Krosigk in Berlin das erste Fachreferat für Gartendenkmalpflege auf. Er wurde Gartenbaudirektor, später Stellvertretender Landeskonservator. Dr. von Krosigk hat das Bild Berlins bedeutend mitgeprägt. Die Restaurierung von Peter Joseph Lennés Pleasuregrounds in Klein-Glienicke, die konservatorischen Arbeiten im Tiergarten und die Instandsetzung von Viktoria-Luise-Platz, Savignyplatz und Pariser Platz sind dafür herausragende Beispiele. Im städtischen Raum kulturelle Werte und freie, grüne Räume zu bewahren, das sind Ziele von höchster Aktualität. Seine Vorträge, Exkursionen, Texte und Lehraufträge haben das öffentliche Bewusstsein über die kulturelle Bedeutung städtischen Grüns entscheidend befördert. Dr. von Krosigk hat sich um das grüne Gesicht Berlins und um das internationale Renommee unserer Stadt als Zentrum der Gartendenkmalpflege verdient gemacht. Deshalb ehrt ihn Berlin mit einer seiner höchsten Auszeichnungen. Die Berlinerinnen und Berliner danken ihm mit der Ernst-Reuter-Plakette für seinen Beitrag, dass unsere Stadt eine so lebenswerte und grüne Kulturmetropole ist.“

Dr. Klaus von Krosigk hat lange Jahre auch die Arbeit des BHU und seiner Mitgliedsverbände in der Gartendenkmalpflege geprägt. So die bundesweite Erfassung der Historischen Gärten und Parks, sowie der Historischen Friedhöfe, die er maßgeblich begleitete und unterstützte.

Ernst-Reuter-Plakette

Die Ernst-Reuter-Plakette ist nach dem 1953 im Amt verstorbenen ersten Regierenden Bürgermeister benannt. Mit der Ernst-Reuter-Plakette zeichnet der Senat von Berlin in- und ausländische Persönlichkeiten für kommunale Verdienste oder für Verdienste in Wissenschaft, Wirtschaft, Politik oder Kunst aus. Das fachlich zuständige Senatsmitglied prüft Anregungen für die Verleihung und schlägt dem Regierenden Bürgermeister die Kandidatin oder den Kandidaten vor. Falls der Regierende Bürgermeister zustimmt, beschließt der Senat die Verleihung.

Die Ernst-Reuter-Plakette ist eine versilberte Bronzeplakette mit dem Porträt Ernst Reuters. Zu ihr gehört eine Urkunde mit der Unterschrift des Regierenden Bürgermeisters. Finanzielle oder materielle Vergünstigungen sind mit der Auszeichnung nicht verbunden.

Zuletzt wurden mit der Plakette die Bühnenverlegerin Dr. Maria Müller Sommer (2017) und Jutta und Witiko Adler (2022) geehrt.

 Architecture, Building, Countryside, Hut, Nature, Outdoors, Rural, Shelter, Shack, Fir, Plant, Tree, Housing, House

Denk Mal an Scheunen und Stadel

Dass es sich lohnt, in den Erhalt und die Pflege historischer Scheunen und Stadel zu investieren, soll die zweitätige Veranstaltung am 26. und 27. April im Schwäbischen Freilichtmuseum Illerbeuren verdeutlichen. Vorträge, Diskussionen und eine Exkursion werden den Strukturwandel auf dem Land und seine Auswirkungen auf die historische Baukultur beleuchten. Wir wollen nicht nur über Probleme diskutieren, sondern auch Lösungen vorstellen.


 Architecture, Building, Office Building, Bench, Furniture, City, Person, Construction, Construction Crane, Road, Urban, Box, Bicycle, Transportation, Vehicle, Art, Painting, Car, Clothing, Footwear, Shoe, Accessories, Bag, Handbag

Potsdamer Forum Ostmoderne

Am Donnerstag, den 14. März 2024, findet ab 9:30 Uhr im Potsdam Museum die Veranstaltung „Potsdamer Forum ‚Ostmoderne‘ – Gedanken zum städtebaulichen und künstlerischen Erbe der DDR in Potsdam“ statt.

Im Erinnerungsjahr 2024 liegt die doppelte deutsche Staatsgründung nunmehr 75 Jahre und die Friedliche Revolution 35 Jahre zurück. Anlässlich dieser wichtigen Ereignisse aus jüngster deutscher Geschichte rückt die Fragestellung erneut in den Fokus, wie Potsdam mit dem kulturellen Erbe der Ostmoderne umgeht.

Mit dem Begriff „Ostmoderne” werden im Allgemeinen Kunst, Architektur und Städtebau der Nachkriegsmoderne auf dem Gebiet der ehemaligen DDR bezeichnet. In den frühen Jahren nach 1945 waren diese vom kunstpolitisch vorgegebenen Stil der „nationalen Tradition“ geprägt. In den 1960er bis 1980er Jahren hingegen dominierte die klassische Moderne im weitesten Sinne und mit ihr eine zunehmende Stilvielfalt, die sich gleichermaßen in der Architektur und in der bildenden Kunst findet.

Mit dem wachsenden Interesse an der Kunst der ostdeutschen Bundesländer seit einigen Jahren vollzieht sich ein Paradigmenwandel. Unmittelbar nach der Wiedervereinigung 1990 war der Umgang mit Kunst, Denkmälern und Gebäuden, die zwischen 1949 und 1990 in der DDR entstanden waren, von polarisierenden Auseinandersetzungen und Grundsatzdiskussionen geprägt. Im anhaltenden Prozess einer sich wandelnden Wahrnehmung lässt sich eine bemerkenswerte Akzeptanzsteigerung feststellen: In Politik, Gesellschaft und Kultur wird Ostdeutsche Kunst und Architektur zunehmend als erhaltenswerter Teil der Identität in Stadt und Land verstanden.

So hat der Landesheimatbund Sachsen-Anhalt im September 2020 die Tagung „Ostmoderne. Baukulturelle Betrachtungen der Nachkriegsarchitektur in der DDR – damals und heute“ – in Kooperation mit dem Bund Heimat und Umwelt in Deutschland (BHU).
durchgeführt. Diese bundesweite Tagung widmete sich den gesellschaftlichen Konzepten der sozialistischen Stadt. Neben Großsiedlungen in Fertigteilbauweise entstanden innovative und ansprechende Bauwerke, die als öffentliche Gebäude das Stadtbild prägten. Viele dieser Bauten sind in den letzten 30 Jahren verschwunden. Immer mehr Initiativen bilden sich, um verbliebene Gebäude vor dem Verfall bzw. dem Abriss zu bewahren.

Die Veranstaltung wird vom Brandenburgischen Landesamt für Denkmalpflege und Archäologischen Landesmuseum (BLDAM) zusammen mit der Landeshauptstadt Potsdam (LHP) und der Unterstützung des Potsdam Museums durchgeführt. Sie bietet einen Diskursraum, der einen inhaltlichen Überblick zur Thematik gibt sowie praxisorientierte Bezüge und Austauschmöglichkeiten schafft.

Die Veranstaltung ist kostenfrei. Bitte melden Sie sich bis zum 8. März 2024 formlos per Mail unter christin.herrmann@bldam.brandenburg.de an und teilen Sie uns dabei auch mit, ob und an welchem Stadtrundgang Sie gerne teilnehmen würden.


Bundeskongress Heimat 2024 - Save the date!

Vielleicht können wir Sie am 24.-25. Juni 2024 zum Bundeskongress Heimat 2024 im Roten Rathaus in Berlin begrüßen? Nehmen Sie sich einen Moment Zeit für die positive Resonanz auf den Bundeskongress Heimat 2022. Die Anmeldung startet Ende Februar. Die Vorbereitungen laufen bereits auf Hochtouren, um während der zwei Tage in Berlin die beste Möglichkeit zu bieten, sich über nachhaltiges Heimatengagement im “Zeichen von Krieg und Frieden” auszutauschen.

Im Rahmen seiner institutionell durch das Bundesministerium des Innern und für Heimat geförderten Arbeit, führt der BHU wiederkehrende öffentliche Veranstaltungen durch. Zentrale Veranstaltung ist der jährliche Bundeskongress Heimat in Berlin. Beim Bundeskongress organisiert der BHU jeweils ein Diskussionsforum für seine vier bundesweiten Netzwerke: das Deutsche Forum Kulturlandschaft, das Deutsche Forum Baukultur und Denkmalpflege, das Deutsche Forum Immaterielle Kulturerbe sowie ab 2023 das Deutsche Forum Nachhaltiges Heimatengagement. Diese Netzwerke bringen je nach Forum 30-60 bundesweit tätige Organisationen bzw. die wichtigsten Akteursgruppen des Bürgerschaftlichen Engagements ein. Die Veranstaltungen konzentrieren sich jeweils auf ein jährliches Schwerpunktthema.


 People, Person, Lamp, Adult, Female, Woman, Indoors, Art, Painting, Crowd, Male, Man, Accessories, Bag, Handbag, Glasses, Chair, Furniture, Hall

Denkmalnetz Mecklenburg-Vorpommern

Am 20. Januar 2024 wurde das Denkmalnetz Mecklenburg-Vorpommern in Demmin gegründet. 120 Teilnehmer, die der Einladung gefolgt waren, diskutierten mit der Landtagsabgeordneten Anna-Konstanze Schröder über die Möglichkeiten und Ziele der Bündelung von zivilgesellschaftlichem Engagement zum Schutz unseres baukulturellen Erbes.

Die Ziele des Denkmalnetz MV sind:

  • ehrenamtliches Engagement für Denkmäler verbinden,
  • gegenseitige Information und kollegiale Beratung,
  • Fortbildung,
  • Wissen über Denkmäler und Denkmalschutz vermitteln,
  • die Anliegen der Denkmalpflege gegenüber Behörden und politischen Institutionen gebündelt vertreten,
  • Verbesserung der Rahmenbedingungen der Denkmalpflege.

Die Bedeutung eines solchen Netzwerkes ist ist vielfältig: Wesentlich ist die Sichtbarmachung der zahlreichen Akteure und deren großes Engagement. Damit wird auch der Wert unserer Baukultur für Heimat und Lebensqualität herausgestellt. Der Austausch der Akteure sowohl untereinander als auch nach außen gerichtet dient dem Erfahrungsaustausch, der Bildung und dem Kompetenzerwerb.

Die Teilnahme im Denkmalnetz MV ist kostenlos und ohne Verpflichtung zu einer korporativen Mitgliedschaft. Es ist lediglich das schriftliche Einverständnis mit den Zielen des Denkmalnetz MV erforderlich.
In Mecklenburg-Vorpommern handelt es sich somit um die dritte Gründung auf Landesebene. So haben bereits zwei Mitgliedsverbände des BHU – der Bayerische Landesverein für Heimatpflege und der Landesverein Sächsischer Heimatschutz – ein Denkmalnetz gegründet, so wie es nun für Mecklenburg-Vorpommern geplant ist. Der Bayerische Landesverband hat diese Initiative bereits vor 10 Jahren ergriffen und verfügt hier über reiche Erfahrungen, die das Netzwerk gern weitergibt. In Sachsen ist das Netzwerk noch jung, erst 2022 erfolgte hier die Gründung. Aber auch hier werden bereits zahlreiche Aktivitäten durchgeführt, was Sie anschaulich in den sozialen Medien verfolgen können.

Der Heimatverband Mecklenburg-Vorpommern e.V. unterstützt das Denkmalnetz MV wie seine Arbeitskreise.

Wir wünschen dem Denkmalnetz Mecklenburg-Vorpommern viele Mitwirkende, die sich mit Engagement und Freude für ein lebenswertes Miteinander zum Erhalt unseres baukulturellen Erbes stark machen. Der BHU und der Heimatverband Mecklenburg-Vorpommern stehen Ihnen hierbei zur Seite.

Der Bund Heimat und Umwelt in Deutschland (BHU) besteht in diesem Jahr seit 120 Jahren. Bereits in den Anfangsjahren seines Bestehens beschäftigte sich der Verein mit der Erhaltung des baukulturellen Erbes in Ratgebern, Resolutionen und Aktionen. Denkmalpflege und Baukultur sind Kern des Engagements vieler Menschen in unserem Land. Deshalb unterstützt der Bund Heimat und Umwelt in Deutschland (BHU) die Bemühungen in den Denkmalnetzen!


 Architecture, Building, Office Building, City, Metropolis, Urban, High Rise, Condo, Housing, Garden, Nature, Outdoors, Summer, Convention Center, Plant, Tree, Handrail, Apartment Building, Cityscape, Palm Tree

Baukultur – Gebaute Heimat

Das Jahrbuch 2021 zum Thema “Baukultur – Gebaute Heimat” kann im Onlineshop des BHU kostenlos bestellen werden. Es versammelt Beiträge und Berichte unter anderem aus dem Bundeskongress Heimat 2021, dem Deutschen Forum Baukultur und Denkmalpflege und der BHU-Kampagne “Kulturdenkmal des Jahres”, die sich in diesem Jahr mit Baukultur befassten.

Auch 2021 war noch massiv von der Entwicklung der Corona-Pandemie geprägt, so dass persönliche Treffen und Vor-Ort-Veranstaltungen wie bereits 2020 kaum stattfinden konnten. Daher musste auch der Bundeskongress Heimat, der als Diskussions- und Netzwerkveranstaltung eigentlich auf einen persönlichen Austausch angewiesen ist, erneut als Online-Format stattfinden. Dennoch konnten wir feststellen: auch online sind inspirierende Gespräche und Austausch möglich. Auf diese gelungene Veranstaltung sind wir stolz, deren Diskussionen Sie hier zusammengefasst im ersten Teil der Publikation nachlesen können. Auf unserem YouTube-Kanal finden Sie darüber hinaus den Mitschnitt der gesamten Veranstaltung. Ein Schwerpunkt des Kongresses war die Frage, wie es gelingen kann, das Thema Baukultur an verschiedene Alters- und Interessengruppen zu vermitteln und auf die Gestaltung des Lebensumfeldes durch Baukultur aufmerksam zu machen. Deutlich wurde immer wieder: ohne bürgerschaftliches Engagement sind Erhalt, Vermittlung und Weiterentwicklung von Baukultur nicht möglich. Mit der Tagung „Ostmoderne. Baukulturelle Betrachtungen der Nachkriegsarchitektur in der DDR – damals und heute“, die der BHU gemeinsam mit seinem Mitgliedsverband Landesheimatbund Sachsen-Anhalt durchgeführt hat, nehmen wir uns eines wichtigen Themas an. Viele dieser Bauten sind bereits bereits abgerissen oder gefährdet, Wert und Bedeutung für die Baukultur vernachlässigt.


Deutsches Forum Baukultur und Denkmalpflege – Bundeskongress Heimat 2023

Bundeskongress Heimat 2023

Deutsches Forum Baukultur und Denkmalpflege

Denn die Pflege, Nutzung und die Kommunikation über die prägenden Elemente der Waldlandschaft werden oftmals von zivilgesellschaftlichen Initiativen und Bewegungen unterstützt oder sogar übernommen. So gibt es in Deutschland viele Vereine und Akteure, die historische Kulturlandschaftselemente im Wald erfassen, pflegen und darüber berichten oder die sich für eine nachhaltige Waldnutzung mit den Erfahrungen der traditionellen Waldbewirtschaftung einsetzen. Durch die zunehmende und intensive Nutzung des Waldes vor allem für Freizeitaktivitäten und den Einsatz von schwerem forstwirtschaftlichem Gerät wird das Kulturerbe von den Nutzerinnen und Nutzern jedoch vielfach unbeabsichtigt übersehen und zerstört. Auch der Klimawandel trägt in erheblichem Maße dazu bei. Daher muss das Wissen um das gefährdete Kulturerbe verbreitet werden. Die unterschiedlichen Interessen müssen in Einklang oder zu einem Ausgleich gebracht werden. Hierzu wäre die Entwicklung einer Nutzungsstrategie sinnvoll, um die engagierte Menschen vor Ort zu unterstützen. Ziel der Tagung war es u.a., hierfür Ansätze zu entwickeln und Akteurinnen und Akteure miteinander ins Gespräch zu bringen.

Diesjähriger Gastgeber des Bundeskongresses war das BHU-Mitglied Verein für Landeskunde im Saarland. Partner waren das Ministerium für Umwelt, Klima, Mobilität, Agrar und Verbraucherschutz im Saarland und der europäische Verband CIVILSCAPE. Ausgangspunkt für die Diskussionen war daher die Waldlandschaft im Saarland. Die gesetzten Themen wurden aber aus bundesweiter und europäischer Sicht diskutiert.


Sachsen bündelt Kompetenz im Denkmalschutz

Mit dem “Denkmalnetz Sachsen” werden zukünftig Kompetenz und Aktivitäten der behördlichen Denkmalpflege noch besser mit anderen Akteuren, wie Eigentümern und ehrenamtlich Engagierte vernetzt werden. Regionalentwicklungsminister Thomas Schmidt (CDU) sprach in einer Mitteilung von einem wichtigem Baustein zur Bewahrung der sächsischen Denkmallandschaft.

Bereits im April 2021 hatte das Landesamt für Denkmalpflege zu einer Interessensbekundung für das Beratungsnetzwerk »Denkmalnetz Sachsen« aufgerufen mit dem Ziel ein Beratungsnetzwerk für Denkmalbesitzer und -interessierte im Freistaat Sachsen aufzubauen. Der Aufruf richtet sich an Akteure der Zivilgesellschaft, die interessiert sind, Träger eines Beratungsnetzwerkes zu werden. Das  Beratungsnetzwerk soll langfristig etabliert, landesweit tätig werden und seinen Sitz im Freistaat Sachsen nehmen. Innerhalb der ersten vier Jahre soll eine Förderung durch den Freistaat Sachsen als Anschubfinanzierung erfolgen. Es soll staatliche und kommunale Denkmalpflege ergänzen und unterstützen, Ansprechpartner vor Ort vermitteln und eine Online-Kommunikationsplattform zur Vernetzung interessierter Vereine, Körperschaften und Einzelpersonen bieten.

“Das Denkmalnetz Sachsen wird Synergien erzeugen und viele Anstöße zugunsten von Kulturdenkmalen geben, die bisher vielleicht noch im Abseits stehen oder für die eine zündende Nutzungsidee fehlt”, ist Minister Schmidt überzeugt.

Hintergrund

Sachsen hat derzeit über 103.000 Kulturdenkmale. Sachsens enorme Denkmaldichte mit gut 25 Denkmalen je 1000 Einwohner ist im bundesdeutschen Vergleich rekordverdächtig. Neben Denkmälern im öffentlichen Besitz, ist der größte Teil in privater Hand. So engagieren sich auch private Eigentümer sich für eigene Objekte, ebenso ehrenamtliche Engagierte, die sich für öffentlich, wie private Denkmale einsetzen. Dabei sind rund ein Drittel noch unsaniert.


Nach der pandemiebedingten Absage vor zwei Jahren kehrten die denkmal und MUTEC vom 24. bis 26. November 2022 zur großen Freude aller Aussteller, Partner und Besucher sehr erfolgreich zurück. Zu diesen gehörten auch der BHU, seine Mitgliedsverbände und Partner, die teils mit eigenen oder mit Gemeinschaftsständen teilnahmen. Gemeinsam ziehen sie ein rundweg positives Resümee dieser intensiven drei Tage. Das Deutsche Forum Baukultur und Denkmalschutz trug mit seiner diesjährigen Tagung zum Fachprogramm bei.

Die 14. Auflage der europäischen Leitmesse denkmal und die parallel stattfindende MUTEC erlebten einen Ansturm von insgesamt 12.800 Besuchern aus 32 Ländern. 351 Aussteller aus 12 Ländern präsentierten auf der denkmal, die einmal mehr unter der Schirmherrschaft der UNESCO stand, ihre Produkte und Dienstleistungen aus allen Bereichen der Denkmalpflege und Restaurierung. Auch für ehrenamtlich Engagierte der Baukultur und des Denkmalschutzes ist die denkmal eine wichtige Netzwerkveranstaltung und bietet Gelegenheit sich untereinander, aber auch mit anderen Akteuren auszutauschen.

Fachprogramm als Besuchermagnet

Das Fachprogramm der denkmal stellte erneut unter Beweis, dass es zu Recht als umfangreichste Weiterbildungsveranstaltung der gesamten Branche gilt. In über 150 Fachvorträgen, Podiumsdiskussionen, Seminaren und Workshops demonstrierte es eine enorme Themenvielfalt, die auf großen Besucherzuspruch stieß. „Ein großer Fokus lag in diesem Jahr auf dem Themenkomplex Nachhaltigkeit und Klimaschutz. Hochkarätige Institutionen aus dem In- und Ausland kamen auf der denkmal zusammen, um den wichtigen Beitrag von Denkmalschutz und Denkmalpflege bei der Bekämpfung des Klimawandels zu diskutieren und gemeinsame Strategien für eine stärkere politische Verankerung zu entwickeln. Dafür bildete die denkmal den perfekten Rahmen“, sagt Mariella Riedel, Projektdirektorin der denkmal und MUTEC. Seitens der Politik herrschte ein großes Interesse an der denkmal und ihren Themen. Zu Gast waren unter anderem der Sächsische Ministerpräsident Michael Kretschmer sowie zahlreiche Bundes- und Landtagsabgeordnete.

Auch Prof. Dr. Markus Harzenetter, Vorsitzender der Vereinigung der Denkmalfachämter in den Ländern und des denkmal-Beirats, bewertet den diesjährigen Schwerpunkt äußerst positiv: „Die diesjährige Auflage der denkmal war in jeglicher Hinsicht ein voller Erfolg. Besonders freut mich, dass auffallend viele junge Menschen die Messe besucht haben und somit diese Themen in die nächste Generation tragen. Mit dem Fokus auf Nachhaltigkeit liegt die denkmal am Puls der Zeit.“ Ähnlich begeistert äußert sich Volker Schweizer, Verantwortlicher für Medieninhalte Planen und Bauen im Fraunhofer-Informationszentrum Raum und Bau: „Wir sind überaus zufrieden mit unserem diesjährigen Messeauftritt, dem großen Zuspruch für unsere ‚Denkmal for Future‘-Veranstaltung und vor allem den vielen jungen Menschen, die in diesem Jahr die Messe besuchten. Schon jetzt freuen wir uns auf 2024!“

Goldmedaille bis hin zum
Peter-Parler-Preis

Die Verleihung der denkmal-Goldmedaille für herausragende Leistungen in der Denkmalpflege in Europa bildete einmal mehr ein Highlight der diesjährigen Messe. Zehn Aussteller erhielten das begehrte Gütesiegel als besondere Würdigung für ihre Verdienste. „Wir sind immer auf der denkmal. Aber die diesjährige Veranstaltung war phänomenal. Es waren herausragende Tage, an denen wir Architekten, Vertreter der Denkmalämter, Restauratoren, Privatkunden und viele andere begeisterte Besucher mehr treffen konnten. Dass wir in diesem Jahr auch noch die Goldmedaille gewonnen haben, krönt unsere Teilnahme in Leipzig noch einmal ganz besonders“, erklärt Almut Lager, Geschäftsführerin von VIA.

Ebenfalls eine Goldmedaille erhielten der Dachverband der Restauratoren im Handwerk (DRH), der Gemeinschaftsstand der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland mit der Ev.-Luth. Landeskirche Sachsen, HOWE HOME, die Jugendbauhütten der Deutschen Stiftung Denkmalschutz, der italienische Gemeinschaftsstand Regione Lazio, die Sächsische Schloss- & Beschlagschmiede Sicherheitstechnik & Restaurierung Roberto Weigel, Style Dach, die Universität Stuttgart und Forschungspartner sowie der Verband der Restauratoren (VDR).

Zahlreiche weitere Ehrungen fanden im Rahmen der denkmal statt. So wurden die drei Preisträgerinnen und Preisträger der denkmal-Messeakademie, ein traditionsreicher Nachwuchswettbewerb für Studierende der Architektur, für ihre Entwürfe ausgezeichnet. Als Aufgabe standen vier erhaltenswerte historische Objekte in Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen und Brandenburg zur Auswahl. Zum zweiten Mal in Folge wurde außerdem der prestigeträchtige Peter-Parler-Preis für hochwertige Steinmetzkunst selbständiger Steinmetzmeister und Steinbildhauer im Rahmen der denkmal verliehen.

Hintergrund

Die denkmal, Europäische Leitmesse für Denkmalpflege, Restaurierung und Altbausanierung, präsentiert Produkte und Dienstleistungen rund um die Bereiche Instandsetzung, Inventarisierung, Konservierung, Restaurierung, Renovierung sowie Rekonstruktion. Seit 1994 lädt sie im Zweijahresrhythmus zum internationalen Branchentreffpunkt auf das Leipziger Messegelände ein. Neben dem interdisziplinären Aussteller-Mix erwartet die Messebesucher ein hochkarätiges international aufgestelltes Fachprogramm. Zur denkmal 2018 präsentierten 447 Aussteller aus 19 Ländern ihre Produkte und Dienstleistungen. Im Fachprogramm warteten rund 200 Veranstaltungen auf das interessierte Publikum. Zur 13. Auflage der Messe kamen 14.200 Besucher (gemeinsam mit der MUTEC). Parallel zur denkmal finden die internationale Fachmesse für Museums- und Ausstellungstechnik MUTEC sowie die Fachmesse Lehmbau statt.