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Was heißt hier Minderheit

Einen glanzvollen Auftakt zur Ausstellung erlebten die gut 100 geladenen Gäste bei der Vernissage zur Ausstellung, die als erste Station in NRW in Lippe Halt macht. Die ersten Besucher der Ausstellung zeigten sich begeistert von der Ausstellung und dem attraktiven Programm rund um die Rede von Heiko Hendriks, Beauftragter der Landesregierung NRW für die Belange von deutschen Heimatvertriebenen, Aussiedlern und Spätaussiedlern zum Thema “Sprachliche Vielfalt ist ein erhaltenswertes Kulturgut”. Unterhaltung gab es von “De Plattköppe” aus Münster, die die Gäste mit auf Lippe gemünzte Texte und schwungvoller Musik begeisterten.

Die Ausstellung präsentiert die vier deutschen alteingesessenen Minderheiten der Dänen, Friesen, Sorben/Wenden, der deutschen Sinti und Roma und der Sprechergruppe Niederdeutsch. Alle fünf Gruppen haben eine eigene Sprache, in Lippe ist es das lippische Platt, aber auch Plautdietsch, das noch von einigen der 60.000 Spätaussiedlerinnen und Spätaussiedlern gesprochen wird. Beide Sprachen ähneln sich. Die Ausstellung besticht mit einer modernen Ausstellungsarchitektur mit audiovisuellen Elementen. “Wir freuen uns, wenn jetzt möglichst viele Lipperinnen und Lipper die Möglichkeit zu einem Ausstellungsbesuch nutzen”, so LHB-Geschäftsführerin Yvonne Huebner, ” die Ausstellung gibt wirklich einen spannenden Einblick in die Welt dieser Sprachen”.

Noch bis zum 3. Mai haben die Lipperinnen und Lipper die Chance, die Ausstellung des Lippischen Heimatbundes und des Kreises Lippe kostenlos zu den Öffnungszeiten des Kreishauses zu besuchen. Für Schulen gibt es Begleitmaterial für den Unterricht. Am 18. April, 16.00 Uhr lädt der Lippische Heimatbund zu einer kostenlosen Führung mit Werner Zahn, Fachstellenleiter Lippisch Platt ein. Anmeldungen bis 15. April an info@lippischer-heimatbund.de oder telefonisch unter 05231/627911. Informationen zur Ausstellung finden Sie unter: https://washeissthierminderheit.de.

 

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De Plattköppe | Foto: Lippischer Heimatbund (Reiner Toppmöller)

Zur Wanderausstellung 

Deutschland verfügt über eine Vielfalt von Kulturen, Sprachen und regionalen Identitäten. Dennoch sind Geschichte, Rolle und Selbstverständnis der autochthonen – also der einheimischen – nationalen Minderheiten und der Sprechergruppe Niederdeutsch nur wenig bekannt. Bisweilen gelten sie gar als gut gehütetes Geheimnis. Andererseits bestimmt so manches Klischee ihr Bild in der Öffentlichkeit, das mit der modernen Lebenswirklichkeit kaum etwas zu tun hat. Doch welche Geschichte(n), Sprachen und Lebenswirklichkeiten verbergen sich tatsächlich hinter dem Begriff „Minderheit“? Und inwiefern kann man deutsch, aber gleichzeitig auch Dänin, Sinto, Romni, Sorbe, Friesin oder Plattsprecher sein?
Um sich diesen Fragen zu nähern und einen zeitgemäßen Einblick in Leben, Kultur und Sprache der vier nationalen Minderheiten Deutschlands und der Sprechergruppe Niederdeutsch zu geben, wurde die interaktive Wanderausstellung „Was heißt hier Minderheit?“ entwickelt, die vom 19. März bis 2. Mai 2024 im Kreishaus Lippe Station macht. Die Präsentation ermöglicht es, sich mit den fünf Gruppen zu beschäftigen und stellt dabei auch die Mehrheitsbevölkerung betreffende Fragen nach Identität und dem Verhältnis von Eigenem und Fremdem.


Die Mitglieder des Denkmalschutz-Bündnisses NRW haben im Rahmen der aktuellen Verbändeanhörung zur Neufassung des Denkmalschutzgesetzes NRW erneut kritisch Stellung bezogen. Die nordrhein-westfälische Landesregierung hatte den 2020 vorgelegten Entwurf zur Neufassung des Denkmalschutzgesetzes NRW nach dem Eingang einer Vielzahl kritischer Stellungnahmen vollständig neu gefasst und im März 2021 eine neue Vorlage veröffentlicht.

Alle Organisationen des „Denkmalschutz-Bündnisses“ betrachten das seit 1980 geltende nordrhein-westfälische Denkmalschutzgesetz als bewährt. Eine gut funktionierende Struktur nun ohne Not zu zerstören, kann aus Sicht der Verbände und Initiativen nur zu negativen Folgen für die Denkmallandschaft im Lande führen.

Die Neufassung des Gesetzes verliert den Schutz der Denkmäler aus dem Blick. Insbesondere von der nachhaltigen Schwächung der Fachlichkeit und der Privilegierung fachfremder Interessen und einzelner Interessengruppen geht eine nicht zu tolerierende Gefährdung des kulturellen Erbes in NRW aus. Indem die Expertise der Denkmalfachämter im Bereich der Baudenkmalpflege nicht mehr abgerufen wird, verlieren die Denkmäler ihre weisungsungebundenen, von politischer Einflussnahme unabhängigen Fürsprecher.

Der vorgelegte Gesetzesentwurf ist gerade eben nicht modern, sondern fällt deutlich hinter etablierte Standards zurück und gibt wirtschaftlichen Gesichtspunkten offenkundig Vorrang. Diesen grundlegenden Webfehler können auch einzelne positiv zu würdigenden Punkte – darunter die Einrichtung eines Landesdenkmalrates und die Berücksichtigung der UNESCO-Welterbestätten – nicht ausgleichen.

Das Denkmalschutz-Bündnis sieht weiterhin keine Erfordernis für eine komplette Neuaufstellung des Gesetzes und plädiert allenfalls für Modifikationen in Einzelaspekten, so
wie es auch den bisherigen Evaluationen des Gesetzes entspricht. Dazu bieten alle Organisationen ihre Unterstützung an – damit Denkmäler in NRW eine Zukunft haben.

Bedeutende denkmalgeschütze Gebäude wie die Zeche Zollverein, zugleich UNESCO-Welterbe, sind häufig in öffentlichen Besitz. Der größte Teil der Denkmäler sind jedoch in Privatbesitz und werden durch viel Engagement aller Akteure erhalten.

Zum Denkmalschutz-Bündnis haben sich die Deutsche Stiftung Denkmalschutz, die Interessengemeinschaft Bauernhaus e.V., der Verband Deutscher Kunsthistoriker, der
Arbeitskreis Theorie und Lehre der Denkmalpflege e.V., der Verband der Restauratoren e.V., der Rheinische Verein für Denkmalpflege und Landschaftsschutz e.V., der Westfälischer Heimatbund e.V. und die Deutsche Burgenvereinigung e.V. zusammengeschlossen.

Alle Stellungnahmen des Bündnisses sowie weiterer Denkmalpflege-Akteure und Organisationen sind abrufbar unter www.denkmalschutz-erhalten.nrw