In einem offenen und anregenden Austausch wollte die Belgische Präsidentschaft zur Debatte stellen, wie sich Europa auch als starker kultureller Raum betrachten lässt, der in einer reichen und vielfältigen Geschichte verwurzelt ist und zu einer neuen Begeisterung für die europäischen Grundwerte und die europäische Identität beiträgt. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie Kultur und Kulturerbe die Gestaltung und den Ausdruck der europäischen Identität beeinflussen und welche Herausforderungen und Chancen damit verbunden sind. Inge Gotzmann beteiligte sich für den Bund Heimat und Umwelt und Dirk Gotzmann als Mitglied der EU Expertengruppe Kulturerbe für CIVILSCAPE.

Eröffnet wurde die Konferenz u. a. von Ilja Leonard Pfeijffer und Mohammed Ouaamari, die der Frage nachgingen, was den europäischen Kulturraum heute und morgen in einer von Globalisierung, Digitalisierung und Migration geprägten Welt ausmacht, wen er umfasst und welche Bedeutung er hat. Am Abend bildet eine Tanz-Aufführung von Rosas im Königlichen Museum des Schönen Künste Antwerpen das kulturelle Rahmenprogramm. Im Anschluss bot ein Walking Dinner Gelegenheit zur Diskussion und zum Netzwerken.

Der zweite Konferenztag begann mit einer Keynote von Peter Sloterdijk, gefolgt von einer Podiumsdiskussion mit Tinneke Beeckman, Caroline de Gruyter und André DeBattista über kulturelle Räume und Identitäten in Europa. Das Panel diskutierte zu Beginn mit den Teilnehmenden die unterschiedlichen Weisen, auf die sich Kultur in ganz Europa manifestiert und entfaltet. Danach widemete sich die Debatte der außereuropäische Perspektiven und stellte sich den Fragen: Sind diese Denk- und Lebensweisen typisch für Europa? Wie wird Europa in anderen Teilen der Welt gesehen?

Weiter ging es in verschiedenen Workshops, die jeweils in zwei Teilen abliefen. Hier sorgte eine hochkarätigen Reihe von Rednerinnen und Rednern jeweils für einen Input, der sich mit Themen wie der Rolle des öffentlichen Raums bei der Schaffung eines kollektiven Gedächtnisses, der Auswirkung von Medien auf kulturelle Narrative sowie mit Kultur und Kulturerbe in Zeiten von Konflikten befasste. Verschiedene Praxisvertreter aus dem europäischen Kulturbereich präsentieren den Teilnehmenden ihre Konzepte für das Thema, darunter die Geschichtsolympiade und das House of Europe.

Hintergrund

Vom 1. Januar bis zum 30. Juni 2024 übernimmt Belgien zum dreizehnten Mal den Vorsitz im Rat der Europäischen Union (EU). Dabei fallen verschiedene Aufgaben an. Als Ratsvorsitz wird Belgien für die Koordinierung des Rates und die Zusammenarbeit der Mitgliedstaaten verantwortlich sein.

Alle sechs Monate bekleidet einer der 27 Mitgliedstaaten der Europäischen Union die Rolle des EU-Ratsvorsitzes. In diesem Zeitraum übernimmt der entsprechende Mitgliedstaat den Vorsitz bei Ratsversammlungen und leistet einen Beitrag zu:

  • der Kontinuität der Arbeiten des Rates;
  • dem Verlauf der Gesetzgebungsprozesse;
  • der Zusammenarbeit zwischen den Mitgliedstaaten und anderen EU-Institutionen.

Der Vorsitz fungiert folglich als ehrlicher und neutraler Vermittler (Honest Broker).