BHU Mitgliedsverband

Schleswig-Holsteinischer Heimatbund

Gegründet
Sitz: Molfsee

Als Heimatverband verstehen wir uns als bürgerschaftliches Netzwerk und übernehmen Verantwortung für unsere Gesellschaft.

Gegenwärtig hat der Verein 272 Mitgliedsorganisationen denen landesweit rund 50.000 Menschen angehören. Zu den Mitgliedsorganisationen gehören etwa regionale Heimatvereine, Orts- und Kreisgruppen, Volkstanz- und Trachtengruppen, Museen, Naturschutzorganisationen und nicht zuletzt niederdeutsche Vereine und Theatergruppen. Auf Landesebene gibt es einen Landestrachtenverband und eine Jugendorganisation. Daneben verfügt der SHHB über zahlreiche kooperative Partnerschaften, beispielsweise mit Gemeinden, Kreisverwaltungen, Stiftungen, Gesellschaften und Radiosendern.

Als Dachverband verfolgt der Schleswig-Holsteinische Heimatbund das Ziel, die Eigenständigkeit seiner Mitgliedsverbände zu fördern, zu unterstützen und auf Landesebene zu repräsentieren. Das geschah in der Vergangenheit beispielsweise im Rahmen des medial viel beachteten Schleswig-Holstein-Tages. Der SHHB sowie der Jugendverband im SHHB, der JSHHB, sehen sich als Fortbildungsinstitutionen sowohl für Mitgliedsorganisationen als auch für die Öffentlichkeit. Der SHHB organisiert zu diesem Zweck Seminare, Fortbildungen, Tagungen und beruft ständige Ausschüsse für seine wichtigsten Arbeitsbereiche ein.

Aktuelle Projekte des SHHB sind beispielsweise der landesweit laufende Vorlesesewettbewerb an Schulen „Schölers leest Platt“, das Fotoprojekt „Baumjagd“, die vom JSHHB ausgerichteten Veranstaltungen„Fledermausexkursion“, „Bauernhoferlebnistag“ und die Seminare zu erneuerbaren Energien, um hier nur eine kleine Auswahl zu benennen. Gegenwärtig befasst sich der SHHB darüber hinaus auch mit der Thematik Migration und kulturelle Vielfalt. In seinen drei zentralen Arbeitsbereichen widmet sich der Schleswig-Holsteinische Heimatbund heute vier zentralen Arbeitsschwerpunkten:

  1. Bildung: Ein Schwerpunkt der Arbeit des SHHB sind Beiträge und Angebote zur Bildung und Weiterbildung von Mitgliedern und Nichtmitgliedern auf den Gebieten von Kultur, Geschichte, Natur- und Umweltschutz.
  2. Vernetzung: Neben der Auseinandersetzung mit Themen und der Erfüllung von Sachaufgaben ist die Zusammenführung von Personen und Institutionen eine wesentliche Aufgabe des SHHB.
  3. Sammlung und Betreuung von Sammlungen unter wissenschaftlichen Gesichtspunkten: Es gibt zahlreiche dörfliche und landschaftliche Sammlungen, die mit viel ehrenamtlichem Engagement angelegt worden sind. Die Sammler können in den Institutionen des SHHB sowie in seinen Fortbildungsveranstaltungen informiert und angeleitet werden.
  4. Beratung von Mitgliedern und Nichtmitgliedern in vereinsbezogenen und sachlichen Fragen: Als Dachverband hat der SHHB die Aufgabe, seinen Mitgliedern, aber auch Nichtmitgliedern in seinen Sachgebieten mit Beratung bzw. mit der Koordination von Beratung Unterstützung zu geben.

KONTAKT

Schleswig-Holsteinischer Heimatbund e.V.
Hamburger Landstraße 101
24113 Molfsee
Deutschland

t: (0431) 983840
f: (0431) 98384 23

info@heimatbund.de

SOCIAL MEDIA

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Deutscher Wikipedia-Artikel über den Schleswig-Holsteinischer Heimatbund

Geschichte

1947 versammelten sich Heimatvereine aus Schleswig-Holstein, Mitglieder der Landesregierung, Oberkreisdirektoren und Landräte, Parteien, Presse, Mitglieder der Universität, des Adels, Vertreter von Speeldelen, dazu eine Reihe von Einzelpersönlichkeiten, um den Schleswig-Holsteinischen Heimatbund (SHHB) zu gründen. Die Versammlung beschloss einen Appell an die Bevölkerung, in dem einerseits gegen eine Trennung der Landesteile Schleswig und Holstein aufgerufen wurde, andererseits bereits kulturelle Ziele des SHHB festgehalten wurden. Es hieß dort:

„Wir wollen in Verantwortung gegen Vergangenheit und Zukunft unseres Volkes zusammenstehen und in dieser schwierigen Zeit die Ohren steif halten und an der alten Kultur und Geschichte unseres Landes mit dem Wort ‚up ewig ungedeelt‘ und an der plattdeutschen und friesischen Sprache festhalten.“

Die Gründung des SHHB sowie dieser Appell hatten in Zeiten allgemeiner Not und Hoffnungslosigkeit für viele Schleswig-Holsteiner Signalwirkung. Sie waren motiviert sich einer Trennung der Landesteile Schleswig und Holstein entgegenzustellen, ohne dabei antidänische Tendenzen im Heimatbund zuzulassen.

In der Folgezeit ging es um die Entwicklung der Kulturarbeit in Schleswig-Holstein und die Unterstützung der deutschen Minderheit in Nordschleswig. Ein wesentlicher Faktor für die friedliche Form des Nebeneinanders der Staaten ist in der Minderheitenpolitik Deutschlands und Dänemarks zu erkennen. Mit der Förderung der Minderheiten nördlich und südlich der Grenze entstand ein vorbildliches Kindergarten- und Schulsystem der Minderheiten. Der SHHB entwickelte zusammen mit der deutschen Minderheit einen vielfältigen Patenschaftsbezug zwischen der Bundesrepublik und deutschen Institutionen nördlich der Grenze. Mit den Bonn-Kopenhagener Erklärungen war der Weg in die gleichberechtigte Behandlung von Minderheiten in Deutschland und Dänemark geöffnet. Die Beziehungen besserten sich, nachdem beide Seiten erklärt hatten, keine Grenzänderungen mehr zu beabsichtigen.

In den zurückliegenden Jahrzehnten hat der SHHB seine Aufgaben den historischen und gesellschaftlichen Anforderungen angepasst und dabei das Ziel verfolgt, Schleswig-Holstein als historische, politische, landschaftliche, wirtschaftliche und kulturelle Einheit zu unterstützen, zu pflegen und zu fördern.

NORMDATEN zu Schleswig-Holsteinischer Heimatbund

GND 2021389-X | LCCN n83128471 | VIAF 124970455

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