BHU Mitgliedsverband

Niedersächsischer Heimatbund

Gegründet 1905-10-28
Sitz: Hannover

Der Heimatbund versteht sich als Dachorganisation der örtlichen Geschichts- und Museumsvereine, der Kreisheimatbünde, einschlägiger Fachverbände und in der Heimatpflege tätiger Vereinigungen, Initiativen und Gruppen im Bundesland Niedersachsen. Mitglieder sind außerdem die Landschaften und Landschaftsverbände. Einzelmitgliedschaft ist nicht möglich. Der Heimatbund ist zugleich Arbeitsgemeinschaft der mit der Heimatpflege befassten Behörden, Körperschaften und Institutionen, insbesondere der kommunalen Gebietskörperschaften. Ihr gehören neben den Landkreisen, kreisfreien Städten und den Gemeinden auch wissenschaftliche Institute an. Der Heimatbund wird gefördert vom Land Niedersachsen.

Die aktuellen Arbeitsschwerpunkte umfassen den Umweltschutz, Naturschutz und Landschaftspflege, die Denkmalpflege (Bau- und Kunstdenkmalpflege, Archäologie und Pflege der Baukultur), das Museumswesen, Landesforschung, Landes-, Volks- und Heimatkunde, Sprache und Literatur unter besonderer Berücksichtigung des Niederdeutschen, Kunst, Musik und Liedgut und Sitten und Bräuche, Tanz, Tracht und Theater. Der Heimatbund berät die Landesregierung und den Landtag und wirkt durch geeignete Maßnahmen auf die öffentliche Meinung und die Gesetzgebung ein. Er veranstaltet den 1902 gegründeten Niedersachsentag, Regionaltagungen zu wichtigen Themen, wissenschaftliche Symposien und Seminare. Wichtige Publikationsorgane sind die seit 1895 erscheinende Zeitschrift „Niedersachsen“ und die seit 1960 erscheinende „Rote Mappe“, ein kritischer Jahresbericht zur Situation der Heimatpflege im Land Niedersachsen, ferner die „Weiße Mappe“, die Antwort der Landesregierung. In der Reihe „Schriften zur Heimatpflege“ erscheinen praktische Arbeitshilfen und Einführungen zur Heimat- und Regionalgeschichte.

Geschichte

Der Niedersächsische Heimatbund entstand, als sich am 6. Oktober 1905 der „Vertretertag niedersächsischer Vereine“ zu seiner konstituierenden Sitzung traf. Zweck dieses Vertretertages, der sich 1908 in „Niedersächsischer Ausschuß für Heimatschutz“ umbenannte, war die Mitwirkung an Organisation und Durchführung des 1902 vom Heimatbund Niedersachsen ins Leben gerufenen Niedersachsentages. Ende der 1920er Jahre formierte sich der „Ausschuß“ als Spitzenvertretung der Heimatpflege im gesamten niedersächsischen Raum und übernahm 1929 die alleinige Veranstaltung der Niedersachsentage. 1934 erfolgte die Anmeldung im Vereinsregister als „Niedersächsischer Heimatschutz e.V.“, seit 1937 lautet der Name „Niedersächsischer Heimatbund e.V.“ Am 9. Mai 1943 wurde der NHB durch die damalige NSDAP-Gauleitung Süd-Hannover-Braunschweig aufgelöst und kurz nach dem Kriege, am 15. September 1945, von der Militärregierung der britischen Besatzungsmacht wieder zugelassen.

Am 7. und 8. Oktober 2005 feierte der NHB in Hannover auf dem Niedersachsentag sein 100jähriges Jubiläum. Zu dem Anlass erschien eine Festschrift unter dem Titel „Zukunft Heimat Niedersachsen“, die über den NHB bezogen werden kann. 1982 wurden für die einzelnen Arbeitsfelder bzw. Förderschwerpunkte des NHB als fachwissenschaftliche Beiräte Fachgruppen eingeführt. Ohne selbst wissenschaftlich tätig zu sein, legen sie die Grundlage für eine Zusammenarbeit zwischen Wissenschaftlern und Laien, zwischen Haupt- und Ehrenamtlichen. Mit der Einführung der „ROTEN MAPPE“, dem Jahresbericht zur Heimatpflege in Niedersachsen, begann in der Festversammlung des Niedersachsentages 1960 der bis heute anhaltende fruchtbare Dialog zwischen dem NHB und der Landesregierung, die seit 1977 ihre Stellungnahme zur Heimatpflege auch schriftlich in der „WEISSEN MAPPE“ vorlegt.

Heute, in Zeiten zunehmender Globalisierung, versteht sich der NHB als Forum für das ehren- und hauptamtliche Engagement einer zeitgemäßen und zukunftsorientierten Heimatpflege mit Landessicht. Ziel ist die nachhaltige Entwicklung des Landes unter Bewahrung der natürlichen und kulturellen Ressourcen, und zwar durch Mitarbeit an der Gestaltung des eigenen Lebensumfeldes.

NORMDATEN zu Niedersächsischer Heimatbund

GND 2020347-0 | LCCN n88104038 | VIAF 123165805

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