BHU Mitgliedsverband

Lippischer Heimatbund

Gegründet 1908-01-02
Sitz: Detmold

Der Lippische Heimatbund ist mit über 70 Ortsvereinen, 9 Fachstellen und rund 13.000 Mitgliedern die größte Bürgerbewegung in Lippe. Im Mittelpunkt aller Aktivitäten des Heimatbundes stehen die Menschen. Die Menschen, die sich ehrenamtlich für die Erhaltung und Förderung der lippischen Heimat einsetzen. Die Einsatzmöglichkeiten sind vielfältig: Von Umweltschutz und Landschaftspflege, Denkmalschutz und Baugestaltung über Geschichte, Volkskunde, Mundart und Brauchtum bis hin zu Wandern, Radwandern und darüber hinaus im Bereich Heimat, Arbeit und Wirtschaft sind die Mitglieder aktiv. Dazu kommen die unterschiedlichsten Aktivitäten der agilen Ortsvereine im Lippischen Heimatbund, die das kulturelle und unterhaltsame Leben in Lippe so zahlreich bereichern. In der Mitgliederzeitschrift „Heimatland Lippe“werden diese vielseitigen aktuellen Aktivitäten ebenso abgebildet wie historische Themen aus Lippes Vergangenheit.

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Lippischer Heimatbund e.V.
Felix-Fechenbach-Str.
(Kreishaus) 5
32756 Detmold
Deutschland

t: (05231) 627911 (-12)
f: (05231) 627915

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Deutscher Wikipedia-Artikel über den Lippischer Heimatbund

Geschichte

Die Gründung des Lippischen Heimatbundes im Jahre 1908 geht unmittelbar auf das Vorbild der deutschen Heimatschutzbewegung zurück. Die lippischen Besonderheiten zeigten sich einmal in den tragenden Kreisen. Die Mitglieder gehörten in ihrer Mehrheit der gesellschaftlichen Oberschicht an, der lokalen Elite, was den öffentlichen Einfluss förderte. Zum anderen wandte man sich vor allen Dingen der Architektur zu, indem man als fremd empfundene bauliche Strömungen, etwa den Jugendstil, fernzuhalten suchte. Scharf trat man gegen die öde Kasernenbauweise bei den lippischen Schulen und für zweckmäßige, helle und freundliche Schulbauten und deren Ausstattung ein. Als großer Erfolg galt der Beschluss des ersten deutschen Heimatschutzgesetzes am 17. Januar 1920 durch den lippischen Landtag.

Die Zeit nach dem Ersten Weltkrieg brachte mit der wachsenden Industrialisierung und ökonomischen Umstellung wichtige Veränderungen mit sich. Im Jahresbericht für 1928 wurde von einer Wandlung gesprochen. Das Bemühen um die Architektur blieb weiter im Blick. Zwar wollte man „das gute Alte“ pflegen, aber es sollte auch „die Formgebung neuzeitlicher Zweckbauten … dann gefördert werden, wenn sie einstweilen noch im völ-ligen Widerspruch mit den überlieferten Bauformen zu stehen“ schienen. Wenig später dachte man durchaus kritisch über die Bauweise des Bauhauses und der Neuen Sachlichkeit. Der nationalsozialistische Staat griff von 1933 an mit Gesetzen und Verordnungen zu Gunsten des „heimatlichen Bauens“ ein. Der Heimatbund setzte große Hoffnungen auf das Reichsnaturschutzgesetz vom 26. Juni 1935 und diskutierte die Frage, ob der Heimatschutz nicht gänzlich auf den Staat und die Partei übergegangen sei. Man nahm sich aus der Öffentlichkeit zurück und verlor an Bedeutung und Mitgliedern.

Beim Neubeginn im Jahre 1953 stellten sich dem Heimatbund neue Fragen. Die Mitgliederzahl wuchs ständig an, weil die Vereinigung ihren elitären Charakter aufgab und die Dörfer in ihre Arbeit einbezog. Es gelang, auf politische Entscheidungen verstärkt Einfluss zu nehmen, die Stadt- und Dorfbilder mitzugestalten und im Sinne des Natur- und Landschaftsschutzes zu wirken. Überdies entwickelten die Dörfer ein beträchtliches Eigenbewusstsein auch deshalb, weil der Verlust der Selbstständigkeit vieler Gemeinden in den siebziger Jahren des 20. Jahrhunderts als schwerwiegender Eingriff betrachtet wurde. Insbesondere den Heimatvereinen fiel eine wichtige Rolle zu mit der Zielsetzung, die Gemeinschaft zu fördern und für die Pflege und Gestaltung der Heimat einzutreten.

Der Lippische Heimatbund reagierte auf diese Entwicklung dadurch, dass er die Ortsvereine in seine Satzung aufnahm und sich mit Veröffentlichungen und Veranstaltungen den Dörfern zuwandte. Die Mitgliederzahl wuchs auf nunmehr 13.000 an.

NORMDATEN zu Lippischer Heimatbund

GND 2018286-7 | LCCN n80150214 | VIAF 157753407

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