BHU Mitgliedsverband

Landesverein Sächsischer Heimatschutz

Gegründet 1908-07-14
Sitz: Dresden

Der Landesverein Sächsischer Heimatschutz e. V. widmet sich seit mehr als 110 Jahren engagiert den aktuellen Belangen der sächsischen Heimat — dem Teil der Welt, der uns besonders nah ist.

Seit 1908 setzt sich der Landesverein Sächsischer Heimatschutz für die Bewahrung, Erforschung und Pflege aller kulturellen Werte, für den Schutz der Natur, die verantwortliche Gestaltung der Landschaft und den Erhalt der Eigenart der sächsischen Heimat ein. Er entwickelte sich zum stärksten Heimatschutzverband in Deutschland und nahm, auch unter widrigen politischen und wirtschaftlichen Bedingungen, seine Aufgaben wahr. Unter anderem beteiligte er sich am „Gesetz gegen die Verunstaltung von Stadt und Land“. 1990 erfolgte die Wiederaufnahme der Arbeit nach der Einverleibung in den „Kulturbund der DDR“.

Der Verein bemüht sich um die Pflege von Naturdenkmalen, von Naturschutzgebieten und kulturellen Denkmalen und deren Erwerb. Er wirkt mit bei der Auswahl, Erhaltung und Betreuung von Landschaftsgefügen, beim Schutz der heimischen Pflanzen- und Tier-welt, von Biotopen und bei Maßnahmen zur Rettung vom Aussterben bedrohter Arten. Darüber hinaus befasst er sich mit der Erforschung der Heimatgeschichte, der Sammlung und Erschließung von Zeugen der Volkskultur und Volkskunst, der Mundarten und Volkstrachten. Ein weiteres Ziel ist die Einflussnahme auf die Ortsgestaltung und die Pflege von Bodendenkmalen, Bauwerken und technischen Anlagen.

Der Landesverein versteht sich als Vertreter von mehr als 90 körperschaftlichen Mitgliedern mit rund 19.000 Mitgliedern und 1100 persönliche Mitglieder. Er bezieht Jugendliche in seine Arbeit ein und wirkt unmittelbar und über die Orts- und Fachgruppen mit Stellungnahmen und Vorschlägen auf die politischen Entscheidungsträger ein. Nicht weniger unterstützt er Ortsvereinigungen und Arbeitsgruppen, die Vorträge, Exkursionen und Wanderungen anbieten und auf deren Rückmeldungen angewiesen ist. Mit großem Einsatz arbeitet der Verein im Sinne der Satzung in der Öffentlichkeit. Er gibt die Zeitschrift „Grüne Hefte“ und den Jahreskalender „Sächsische Heimat“ heraus. Von 1908 an erschienen die „Mitteilungen des Landesvereins Sächsischer Heimatschutz e. V. – Naturschutz, Heimatgeschichte, Denkmalpflege und Volkskunde“, die nach einer Unterbrechung von 1941 bis 1989, im Jahre 1991 wiederbelebt wurden. Ein wichtiges Grundlagenwerk stellt der „Atlas der Flora Sachsens dar“, an dem viele ehrenamtliche Mitarbeiter mitwirkten. Außerdem nutzt der Verein mögliche Ausstellungsgelegenheiten zur Selbstdarstellung. In Dresden unterhält er eine Beratungsstelle, die Hilfen in Fragen der Denkmalpflege, des Naturschutzes, der Landschaftsgestaltung und der Brauchpflege anbietet, Stellungnahmen zu Themen wie „Schule und Heimat“ oder „Dorfentwicklung und Dorfgestaltung“ und Publikationen von Untersuchungen zu den Volksfesten in Sachsen koordiniert.

KONTAKT

Landesverein Sächsischer Heimatschutz
Wilsdruffer Straße 11/13 (Eingang 11)
01067 Dresden
Deutschland

t: (0351) 4 95 61 53
f: (0351) 4951559

landesverein@saechsischer-heimatschutz.de

SOCIAL MEDIA

Deutscher Wikipedia-Artikel über den Landesverein Sächsischer Heimatschutz

Geschichte

Der Landesverein Sächsischer Heimatschutz e.V. besteht nun seit mehr als 100 Jahren. Er hat in mehreren unterschiedlichen Gesellschaftsordnungen gewirkt und sich den jeweiligen aktuellen Aufgaben der Landschaftspflege, der Architektur und Geschichte gewidmet.

Der Landesverein Sächsischer Heimatschutz wurde 1908 vom Volkskundler und Oberbaurat Karl Schmidt (1853–1922) und vom sächsischen Volkskundler Oskar Seyffert[1] als Nachfolgeorganisation des bereits seit 1903 bestehenden Ausschusses für heimatliche Natur, Kunst und Bauweise gegründet. 1913 eröffnete das Landesmuseum für Sächsische Volkskunst im Jägerhof seine ständige Ausstellung, 1923 wurde es zusammen mit dem Verein für Sächsische Volkskunde vom Landesverein übernommen.
Bereits 1921 richtete der Landesverein im Herrenhaus des ehemaligen Hammergutes Bienhof nahe Oelsen ein Forschungs- und Erholungsheim ein. Im Umfeld des Hammergutes erwarb der Verein bis 1945 zahlreiche Bergwiesen und etablierte das mit einer Größe von 282 Hektar zweitgrößte Naturschutzgebiet in Sachsen.

Die Gleichschaltung im „Dritten Reich“ erfolgte spätestens, als 1940 der Gründungsvorsitzende des nationalsozialistisch geprägten Heimatwerkes Sachsen, Friedrich Emil Krauß, Vorsitzender des Landesvereins wurde.

Der einst 1908 vom Oberbaurat Karl Schmidt (rechts) und vom Maler und Volkskundler Hofrat Professor Oskar Seyffert (links) gegründete Landesverein Sächsischer Heimatschutz e. V. konnte 1990 nach über vierzigjähriger Zwangspause seine Arbeit wieder aufnehmen. Der Landesverein wurde als bürgerlich geprägter Verein nach dem 2. Weltkrieg von den stalinistischen Machthabern politisch und ökonomisch immer mehr unter Druck gesetzt und schließlich widerrechtlich 1949 enteignet. Er wird zwar weder verboten noch hat er sich jemals satzungsgemäß aufgelöst, aber seine Arbeitsfähigkeit geht verloren.

Treffen von alten und neuen Mitgliedern des Landesvereins im Museum für Sächsische Volkskunst am 17. Februar 1990 zur Vorbereitung der Hauptversammlung. Erste Hauptversammlung des Landesvereins Sächsischer Heimatschutz e.V. nach 1945 am 7. April im Keller des Dresdner Kurländer Palais („Tonne”). Zum Vorsitzenden wird Matthias Griebel gewählt. Den Ehrenvorsitz nimmt Hans Nadler, der verdienstvolle Nestor der sächsischen Denkmalpflege, an.

Der Landesverein nimmt seine Tätigkeit wieder auf und gliedert sich in die Fachbereiche:

  • Naturschutz/Landschaftsgestaltung
  • Denkmalpflege/Heimatgeschichte
  • Volkskunde/Volkskunst

Mitwirkung bei der einstweiligen Sicherung der Sächsischen Schweiz als Nationalpark sowie des sächsischen Grenzstreifens („Grünes Band”) zu Bayern sowie ehemaliger Truppenübungsplätze als Naturschutzgebiete.

Außerdem wird der Landesverein Sächsischer Heimatschutz 1990 wieder Mitglied im Deutschen Heimatbund (heute: Bund Heimat und Umwelt in Deutschland mit Sitz in Bonn) und arbeitet seitdem vielfältig im Bundesverband mit.

NORMDATEN zu Landesverein Sächsischer Heimatschutz

GND 38930-4 | LCCN | VIAF 928145858111923022196

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